Deutscher Schäferhund ist nicht gleich Deutscher Schäferhund, auch wenn sich viele Exemplare ähneln. Einen Überblick darüber gab es gestern während der offenen Altmarkschau, zu der die Gardeleger Ortsgruppe des Vereins für Deutsche Schäferhunde eingeladen hatte. Und das bereits zum zwölften Mal.

Gardelegen. "Hier geht es nur um die Schönheit", nicht um die Leistungsprüfung, wie Olaf Meinecke dem Laien fachmännisch erklärt. Meinecke ist der Leiter der Altmarkschau für Deutsche Schäferhunde. Doch es werden längst nicht nur Tiere aus der Region präsentiert. Die Schau ist offen. Deshalb können sogar Gäste aus Polen begrüßt werden.

Insgesamt sind 57 Tiere angemeldet und entsprechend in den Katalog aufgenommen worden. Es handelt sich sämtlichst um reinrassige Vierbeiner. Schließlich wird nach den sogenannten Rassestandards bewertet. Und dazu gehört, wie Olaf Meinecke erklärt, unter anderem die Tatsache, dass ein ausgewachsener Schäferhund 42 Zähne haben muss. Dieses Merkmal wird im Stand überprüft. Genau wie "die Gebäudeverhältnisse", wie es laut Schauleiter im Fachjargon heißt, wie die Pigmentierung oder die Geschlechtsmerkmale.

Wer knurrt, muss raus

Es erfolgt aber auch die Bewertung des sogenannten Gangwerkes. Dabei geht es darum, ob der Gang des Tieres fest ist und raumgreifend oder ob es vielleicht zu kleine Schritte macht. Die Bewertung erfolgt durch zwei unabhängige Richter. Das sind diesmal Lutz Wischalla aus Wimmelburg bei Eisleben und Torsten Kopp aus Vietlübbe bei Rostock. Die beiden Fachmänner haben zu beurteilen, welches Prädikat der vorgestellte Hund erhält. Allerdings gibt es nur in der Gebrauchshundklasse ein "Vorzüglich". In den anderen Klassen ist das "Sehr gut" das höchste Prädikat.

Wie Olaf Meinecke erläutert, können Tiere ab einem Alter von neun Monaten teilnehmen. Dann würden sie erst einmal in der Nachwuchsklasse starten. Ab einem Alter von zwölf Monaten seien sie ein Fall für die Jugendklasse, ab einem Alter von 18 Monaten hingegen für die Junghundklasse. Die wohl wichtigste Klasse ist die Gebrauchshundklasse. Tiere, die dort starten, müssen nicht nur 24 Monate alt sein, sondern auch erfolgreich die Schutzhundprüfung absolviert haben. In der Veteranenklasse werden hingegen alle Tiere ab sechs Jahre präsentiert.

Ein Veteran mit nur sechs Jahren? "Ja", sagt Olaf Meinecke, denn Schäferhunde würden in der Regel nur rund zehn Jahre alt werden. Dennoch entscheiden sich viele Hundefreunde für diese Rasse. "Der Schäferhund ist ein treuer Begleiter. Er ist vielseitig einsetzbar", so der Schauleiter, "und er hat ein ausgeglichenes Wesen." Hunde, die nicht ausgeglichen sind, brauchen zum Beispiel gar nicht erst antreten. "Wer knurrt, wird disqualifiziert", erklärt Olaf Meinecke.

Wie viele Schäferhunde er selbst schon besessen hat, vermag er spontan nicht zu sagen. Seine Leidenschaft für diese Rasse begann, als er zehn Jahre alt war. Heute ist der Pädagoge 52 Jahre alt. Doch ein Leben ohne Deutschen Schäferhund mag er sich nicht vorstellen.

   

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