Neuntklässler der Karl-Marx-Sekundarschule und drei Berliner Sekundarschüler haben zwei Tage lang in Zichtau am Projekt "Garden Sniffers" teilgenommen. Unter anderem legten sie Wege an, bauten einen Zaun und säten Kräuter.

Zichtau. Wenn die gestern gesäten und gepflanzten Kräuter, Gurken, Möhren, Himbeeren, Pastinaken und Kartoffeln so richtig kommen, dann gibt es im Garten hinter dem ehemaligen Kornspeicher des Zichtauer Gutes sicher allerhand zu riechen, zu schnuppern. Das zumindest verspricht der Projekttitel "Garden Sniffers". Das Schnuppern im Garten, das Schnüffeln, hat für das Projekt aber auch eine andere, wichtigere Bedeutung: das Hineinschnuppern in den Gartenbau und dessen Arbeitsgebiete.

"Es ist für die Berufsorientierung gedacht", erklärte Walter Thürer, Vorsitzender des Fördervereins der Karl-Marx-Schule. Die Schüler könnten mit dem Gartenbau einen Beruf kennenlernen, der ihnen auch in der Altmark eine Zukunft bieten könnte, so Thürer. Darum hatte der Förderverein über das Programm "Stärken vor Ort" Geld für das Projekt in Zichtau beantragt und auch bekommen. Die Landschaftsarchitektin Christa Ringkamp, die unter anderem die Gartenträume und auch Projekte des Zichtauer Gutes betreut, hatte den Kontakt zu einer Schule in Berlin-Kreuzberg hergestellt. Von ihr waren drei Schüler und zwei Betreuer in die Altmark gekommen, die Karl-Marx-Schule war mit 20 Schülern, zwei Lehrerinnen und der Schulsozialarbeiterin dabei. Eine Nacht verbrachten die Projektteilnehmer im Zichtauer Ferienpark.

Nach einer Parkbesichtigung am Donnerstagnachmittag wurden vier Arbeitsgruppen gebildet, denen dann die verschiedenen Berufe und Arbeiten in Garten und Park vorgestellt wurden. So lernten sie kennen, was der Gärtner macht oder wie ein Gastgeber die frischen Produkte verarbeitet. Eine Gruppe war dafür zuständig, das Projekt zu dokumentieren. Gestern ging es dann an die Praxis. Auf dem Areal hinter dem Kornspeicher legten einige Schüler gemeinsam mit Kräuterfee Ruth Schwarzer aus Kalbe Beete an. Eine andere Gruppe kümmerte sich um die Wege inklusive Pflasterung eines kleinen Abschnittes, eine dritte um einen Holzzaun. Die vierte Gruppe kochte mit Christa Ringkamp, die fünfte formulierte unter Anleitung von Heimke Richter einen Pressetext und machte Fotos für eine Erinnerungspostkarte. Gestern Nachmittag verabschiedeten sich die Projektteilnehmer mit dem Versprechen, im September das begonnene Projekt fortzusetzen.