Jerichow l Man konnte sich wirklich fühlen wie in einem echten irischen Pub: Das Kaminfeuer knisterte, irisches Bier, irische Speisen und vor allem irischer Whisky machten die Runde - und dann war da noch Uli Kirsch, der mit seinen Liedern erst so richtig für Stimmung sorgte.

Allerdings mussten jene, die ihn bereits kannten und schon freudig erwartet hatten, zweimal hinsehen. Der da vor ihnen stand, war nicht mehr der Musiker mit den prägnanten langen Locken und Bart. Die Pracht war ab, komplett. "Ich fange dieses Jahr ein neues Leben an, ich gehe im April nach Portugal", erklärte er schmunzelnd die Veränderung. Wenn, dann richtig, habe er gemeint. Denn es wird keine Urlaubsreise, sondern ein Umzug mit Sack und Pack. Es wird also sobald keine irischen Abende und Konzerte mehr mit ihm geben in der Region, bis auf das zweite, bereits ausverkaufte hier im "Wirtshaus Klostermahl". Jan Wißgott, Leiter der Stiftungsverwaltung, erklärt, wie es zu diesem zusätzlichen Termin kam: "Wir hatten eine so große Nachfrage, dass 95 Namen auf der Liste standen, aber nur 42 Gäste konnten beim ersten Termin dabei sein. Wir haben dann über 50 Leute angerufen wegen des zweiten Termins. Innerhalb von vier Stunden war auch der ausverkauft!"

Rückblickend fasst Wißgott zusammen: "Das war ein Abend, wie ich ihn mir vorgestellt habe!" Erst gegen 23 Uhr seien die Letzten gegangen. Losgegangen war es um 18 Uhr erstmal mit deftigen irischen Gerichten. Bevor Uli Kirsch mit seinem Programm begann, hat Jan Wißgott dann erstmal eine von sechs irischen Whiskysorten vorgestellt. Sechs ganz verschiedene Sorten hatte er mitgebracht, die alle - natürlich mit entsprechend kleinen Mengen - verkostet werden konnten. Da haben einige Frauen ihren allerersten Whisky probiert, Einsteigersorten laut Empfehlung.

Dass das alles nicht ganz geräuschlos abging, war zu erwarten. Und deshalb wurden die Gäste auch gleich gewarnt, dass der Künstler so verfahren würde wie im echten irischen Pub: "Wenn es zu laut wird, hört er auf zu singen!" Uli Kirsch hatte dann aber noch eine andere Variante: Er ließ einfach die Gitarre weg und sang mit seiner kräftigen, ausdrucksstarken Stimme a capella. Das wirkte!

Noch eine Steigerung habe die Stimmung erfahren, als er dann zu späterer Stunde mit 70er- und 80er-Jahre Rock und Pop aufwartete, berichtete Jan Wißgott. Dann haben die Gäste richtig mitgemacht und mitgesungen.

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