Der Haushalt legt den Genthinern Stadträten zwar feste Daumenschrauben an, doch ein öder Volkspark soll nicht am Ende des Totsparens stehen. So soll nach und nach ein naturnaher Spielplatz entstehen, der die Kreativität der Kinder anregt sowie Jung und Alt bei Ausflügen zusammenführt.

Genthin l Auch ohne Geld in der Stadtkasse sind Träume und Visionen erlaubt. Ohne solche würde es um den Altenplathower Volkspark schlecht bestellt sein. Davon konnte der Bündnisgrüne Stadtrat Lutz Nitz den städtischen Umwelt- und Wirtschaftsausschuss überzeugen, als er am Dienstagabend eine mehrseitige Konzeption eines Kinderspielplatzes im Volkspark vorlegte.

Er wolle mit der Konzeption, sagte er, zunächst nur eine Diskussionsgrundlage schaffen und darlegen, welches Potenzial der Volkspark für einen Spielplatz biete. Das Ganze sei nur Schritt für Schritt umsetzbar, warnte er deshalb vor großen Erwartungen. Lutz Nitz arbeitete die Ansprüche heraus, die ein solcher Spielplatz im Volkspark erfüllen müsse. Demnach sollten alle Altersgruppen eigene, natürlich eingebundene Aufenthalts- und Bewegungsbereiche vorfinden.

Lutz Nitz: "Im Wechselspiel eines neu gebauten Spielplatzes mit vorhandenen, natürlichen Hügeln, Gehölzflächen und integrierten Bewegungselementen sollen Kinder allein spielen können, sich zurückziehen können oder das gemeinsame Spiel suchen."

Nitz warb im Ausschuss eindringlich dafür, dass von Anfang an Kinder und Jugendliche in die Planung und Konzeption mit ihren eigenen Vorschlägen einbezogen werden sollten. So könnten, stellte Lutz Nitz seine Überlegungen vor, mit Kindern der Kitas und Grundschulen bei einer Planungswerkstatt oder bei Projekten machbare, kreative Ideen für den Spielplatz entwickelt werden. Wenn die Kinder "ihren Spielplatz" gestalten, würden sie ihn ernst nehmen und sorgsam mit ihm umgehen, warf Nitz in die Runde ein. Er schlug vor, dass die Kinder ein Modell ihres Spielplatzes im Volkspark formen könnten. In die Vorstellung der Konzeption stieg Bürgermeister Thomas Barz (parteilos) ein, indem er darüber informierte, dass bisher bereits Spenden für die Gestaltung des Volksparkes in Höhe von 1500 Euro eingegangen seien.

Es stand bisher der Vorschlag im Raum, eine Arbeitsgruppe zu bilden, die sich mit Gestaltungsvorschlägen des Parkes auseinandersetzen wollten. Zwei, drei Leute hätten sich auch bereit erklärt, in dieser Arbeitsgruppe mitzuarbeiten.

Thomas Barz berichtete, dass er im Zusammenhang mit der Vorbereitung der Landesgartenschau 2018 in Burg Landschaftsarchitekten kennengelernt habe, die beeindruckende Arbeiten vorgelegt, aber trotzdem nicht den Zuschlag erhalten hatten. Dieses Planungsteam könnte für den Genthiner Volkspark alle Vorschläge in Form bringen und das Projekt anschieben, so dass auch etwas herauskomme, sagte Bürgermeister Thomas Barz. Diese Planungsleistungen in Höhe von 4000 Euro könnten im Haushalt 2014 berücksichtigt werden, machte Barz deutlich. Den Ausführungen des Bürgermeisters setzte Lutz Nitz noch einmal Erklärungsbedarf entgegen. "Ich plädiere ausdrücklich dafür, Ideen freien Raum zu lassen. Ich will nicht, dass Erwachsene über die Köpfe der Kinder planen, die den Spielplatz später nutzen."

Ausschussvorsitzender Harry Czeke (Die Linke) brachte beide Vorstellungen auf einen gemeinsamen Nenner, indem er vorschlug, dass alle Gedanken, die von den Kindern kommen, später durch die Planer zusammengefasst werden sollten. Der Stadtrat könne sich letztlich positionieren, was machbar sei. Harry Czeke unterstrich den Gedanken in der Konzeption, dass der Volkspark nicht nur für Kinder, sondern für eine ständig alternde Gesellschaft gestaltet werden müsse. Auch an diese Bedürfnisse müsse gedacht werden.

Die Spielplatzkonzeption, die die bündnisgrüne Fraktion vorgelegt hat, geht nun zur weiteren Diskussion in die Fraktionen des Stadtrates, bevor sie der Verwaltung vorgelegt wird.

 

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