Kurz vor Weihnachten kam die Hiobsbotschaft: Das Dach des Bergzower Dorfgemeinschaftshauses ist nicht mehr standsicher. Das Gebäude muss gesperrt werden. Seitdem darf in die Turnhalle und die Nebenräume niemand mehr hinein. Wie es weiter geht, ist noch offen.

Bergzow l Aufgedeckt worden ist das Problem im Zuge der Voruntersuchungen für die Errichtung von Photovoltaikanlagen. Der Elbe-Pareyer Gemeinderat hatte im vorigen Jahr den Beschluss gefasst, einige größere Gebäude damit bestücken zu lassen. Für die Bergzower verband sich damit auch die Hoffnung, die Betriebskosten auf diese Weise drücken zu können, denn der Kostenfaktor war Anlass, Verkauf oder Verpachtung der Dorfgemeinschaftshäuser in mehreren Ortsteilen in Betracht zu ziehen.

Nun sollte alles anders kommen. Statt erhoffter Kostenersparnis sieht sich die Gemeinde nun vor zusätzlichen Kosten. Denn ohne eine stabile Dachkonstruktion ist natürlich an Photovoltaikanlagen gar nicht zu denken.

Ob auch die Wohnung, die sich im Seitentrakt befindet, gefährdet ist, müsse erst noch geprüft werden, sagt Bürgermeisterin Jutta Mannewitz.

Die Bergzower wollen nun selbst auch etwas unternehmen und Fachleute heranholen, um zu schauen, ob nicht die verrutschten Dachbinder ausgetauscht oder stabilisiert werden können. Noch habe es mit einem solchen Termin nicht geklappt, sagt Ortsbürgermeisterin Renate Räcke.

Frage: Kann Dach stabilisiert werden oder muss neues drauf?

Auch Hans-Joachim Bauer aus Bergzow, der zugleich Finanzausschussvorsitzender im Gemeinderat ist, kümmert sich um das Problem. Er verteidigt die Entscheidung der Gemeinde: "Wenn ich die Verantwortung dafür tragen müsste, hätte ich die Halle auch gesperrt!" Freilich - wer weiß, wie viele Jahre es noch gut gegangen wäre, wenn der Statiker im Zusammenhang mit der geplanten Photovoltaikanlage nun nicht darauf gestoßen wäre. Aber die Gefahr kennen und es dann noch verantworten - das sei keinem zuzumuten.

Allerdings dürfe man es dabei nicht bewenden lassen, bekräftigt Bauer. "Man muss Lösungen finden!" Die Preisfrage sei jetzt: Kann man die Binder stabilisieren oder muss ein komplett neues Dach drauf? Wenn letzteres notwendig sein sollte, dann müsse man versuchen, dies im Zusammenhang mit Photovoltaikanlagen zu machen und dabei eine Variante finden, die sowohl für den Investor als auch für die Gemeinde akzeptabel ist.

Bisher sei aber noch nichts in dieser Richtung passiert, und das heißt, dass sich für Sportler sowie andere Vereine und Gruppen erstmal kein Ende dieser Situation abzeichnet. Dagmar Bauer vom Bergzower Karnevalsklub ist trotzdem optimistisch: "Wir haben als Termin für den Karneval den 8. März vorgesehen und gehen erstmal davon aus, dass es klappen wird!"

Bereits Anfang Dezember hatten die Bergzower Karnevalisten angefangen mit den Vorbereitungen, hatten das Thema besprochen und Ideen gesammelt. "Dann kam am 23. Dezember die niederschmetternde Nachricht!"

Die Proben gehen aber weiter, bekräftigt Dagmar Bauer. "Wir hoffen inständig, dass alles möglich gemacht wird, damit das Dorfgemeinschaftshaus als kultureller Mittelpunkt unseres Ortes bestehenbleibt! Und, dass wir an diesem Termin reinkönnen!"

Sie fügt an: "Wir wissen, dass sehr viel dranhängt, aber wir sind optimistisch und haben uns fest vorgenommen, bis zum 8. März weiter zu proben." Dazu treffen sich die Karnevalisten bei Jörg Heinemann im Sportlerheim oder im Nebengebäude. Für die Faschingsveranstaltung wäre hier aber keinesfalls genug Platz, denn schon ohne Publikum sei es beim Proben der Tänze ziemlich eng.

Karneval findet statt, auch wenn es Sommer wird

Auch vom Ausweichen in einen anderen Ortsteil halten die Bergzower nichts. Allein schon der Aufwand, Kulissen und Kostüme herumzufahren, wäre sehr groß, und von den Gästen würde auch nur die Hälfte mitkommen, befürchtet sie. Es sei zum Einen das Fahr-Problem, und auch sonst wäre die Stimmung nicht dieselbe.

"Wenn es nicht rechtzeitig klappt mit unserem Dorfhaus, verschieben wir den Termin eben so lange, bis wir hinein können!" Und wenn es bis zum Sommer dauert... Da bliebe dann schließlich noch die Option "Karneval im Festzelt". "Bergzow ist ja ohnehin bekannt für Außergewöhnliches", lacht Dagmar Bauer. Sie ist auf keinen Fall bereit, sich ihren Optimismus nehmen zu lassen. Und der zielt erstmal darauf, dass doch noch alles gut wird mit dem Dorfgemeinschaftshaus.