Fast zu kurz war die Zeit, um alles anzuschauen, auszuprobieren, nachzufragen oder auch Erinnerungen auszutauschen: Zwar gab es nicht den ganz großen Andrang beim Tag der offenen Tür der Sekundarschule "An der Elbe" Parey, aber viele Interessierte nutzten dieses Angebot.

Parey l Etliche Schüler der 4. Klassen der Grundschulen Güsen und Jerichow, die ab September hier in die 5. Klasse gehen werden, waren mit ihren Familien gekommen. Für sie war dieser Tag der offenen Tür natürlich ganz besonders interessant. Die herzlichsten Begrüßungen galten aber jenen, die schon vor vielen Jahren hier ihre Abschlusszeugnisse bekommen hatten: Da gab es sogar von Schulleiterin Anita Krüger oder einigen Lehrerinnen, die schon kange hier tätig sind, spontan eine Umarmung.

Wie sehr sich die Schule "seit damals" verändert hat, das war für die Ehemaligen spannend. Immer wieder wurde verglichen, wie es heute ist oder "bei uns damals". Und sie werden auch in den nächsten Jahren noch viel zu staunen haben, denn es ist noch viel vorgesehen, erklärt Anita Krüger und zeigt einen Plan von Schule und Schulgelände: "Das sind alles Ideen, die zusammen mit Planer, Bauamt und Lehrerteam entstanden sind. Wir wollen das häppchenweise realisieren."

So soll der offenen Bereich unter der Aula geschlossen werden. Hier wird eine neue Kantine entstehen. In der ehemaligen Hausmeisterwohnung nebenan sollen die Küche und ein Raum für die Schülerfirma "Durstkiller" eingerichtet werden. In der ehemaligen Küche im Keller soll statt dessen ein Internet-Café mit Pausenraum eingerichtet werden, im ehemaligen Speiseraum ein Lesesaal mit Atelier, im ehemaligen Hauswirtschaftsraum eine Bibliothek und nebenan das Traditionszimmer, das sich bisher im Anbau befindet. Ein Abstellraum soll zur neuen Hauswirtschaftsküche werden. Im Keller bleiben dann nur die Technikräume und die Fahrradwerkstatt unverändert bestehen.

Total zu überarbeiten sei der Schulhof: Hier werden unter anderem Sitzgruppen angeordnet und ein ordentliches "grünes Klassenzimmer" mit vielen Bänken eingerichtet.

Eine der ersten Maßnahmen müsse der Anbau eines Fahrstuhls sein, damit auch Körperbehinderte ohne Probleme alle Etagen erreichen können.

Zu allererst jedoch soll die Aula fertiggestellt werden: Während der größte Teil der Schule bereits saniert ist, fehlen hier noch Wärmedämmung und neue Fenster, und dieser Unterschied sei bei den aktuellen frostigen Temperaturen auch sehr zu spüren, betonte Anita Krüger.

Neue Auszeichnung: "MINT-freundliche Schule"

Über weitere Neuigkeiten informierte der stellvertretende Schulleiter Ingo Koch: Seit vergangenem Herbst führt die Schule den Titel "MINT-freundliche Schule" - als eine von nur drei Schulen in Sachsen-Anhalt. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. "Ich habe auf einer Fortbildung davon gehört", erzählt Ingo Koch, "und habe festgestellt, dass wir eigentlich seit Jahren elf Kriterien dafür erfüllen." Es wurde also alles zu Papiergebracht und abgeschickt, und schon ein paar Wochen später kam ein Glückwunschschreiben mit der Anerkennung.

Materielle Vorteile habe die Schule davon leider nicht, sagt Koch und bedauert vor allem, dass auch keine Fahrtkosten zu den MINT-Tagungen erstattet werden. So können Schüler nicht mitkommen, weil sie Reise- und Übernachtungskosten selbst finanzieren müssen. Auch Lehrer müssen das. Es braucht also engagierte Lehrer, die das trotzdem unbedingt wollen. "Die Fortbildungen sind richtig gut", betont Koch.

Musikraum renoviert, neue Mitglieder in der Schülerband

"Neu" ist auch der Musikraum. Er wurde komplett renoviert, der "Kabelsalat" ist unter Putz verschwunden, mit Anschlüssen für Lautsprecher und sonstige Technik, und eine Akustikdecke wurde eingezogen, erklärt Musiklehrerin Katrin Kitschke. Sie war am "Tag der offenen Tür" mit der Schülerband hier im Raum, die wieder zu einer offenen Probe eingeladen hatte.

Zur Band gehören seit diesem Schuljahr wieder einige neue Mitglieder, nur Florian Boerner (Schlagzeug) war schon vorher dabei. Der Jüngste ist Lucas Elvis Werner (7. Klasse) am Keyboard, der allerdings musikalisch kein Neueinsteiger ist. Er hat schon seit einiger Zeit Unterricht in der Musikschule Güsen. Felix Bartsch aus der 8. Klasse dagegen hat erst hier in der Band mit dem Instrument (Bassgitarre) angefangen.

Die neue Gitarristin Gina Pommerening geht in die 10. Klasse. "Sie wollte schon immer in die Band", begründet Katrin Kitsche, dass sie ausnahmsweise den späten Einstieg akzeptierte, im Sommer ist schon wieder Schluss.

   

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