Jerichow l "Legen Sie sich das mal auf die Zunge!" Konrad Behrends zeigt auf die dünnen Schokoladenplättchen, die sich beim Lösen von der Platte, auf die die warme Masse zum Erkalten gestrichen wurde, leicht eingerollt haben. "Mmmhhh!" Die Gäste genießen diesen zarten Schmelz, diesen erlesenen Geschmack. So mancher lernt Schokolade hier neu kennen. Mit Massenware aus dem Regal lässt sich nicht vergleichen, was man hier probieren darf. Aber es hat seinen Preis. "Gute Schokolade ist teuer", daran lässt Konrad Behrends keinen Zweifel. Denn es sind die erlesenden und damit teuren Zutaten, die sie von billiger Schokolade unterscheiden.

Gemeinsam mit Marianne und Hans Kraßort vom "Kaffeekult" Stendal war Konrad Behrends am Sonntagnachmittag im Wirtshaus "Klostermahl" in Jerichow zu Gast. Die Tische waren voll besetzt. Die Aussicht, die Herstellung von Schokolade mitzuerleben, zu naschen, aber auch Kaffee zu genießen und dazu Musik zu hören, hatte viele dazu bewegt, diesen eher grauen Winternachmittag solcherart zu versüßen.

Konrad Behrends ist gelernter Konditor und angehender Konditormeister und setzt damit eine bereits 150 Jahre andauernde Familientradition in Osterburg fort. "Schokolade und Kaffee sind meine Leidenschaft", bekräftigt er, und so kam es auch, dass inzwischen ein guter Kontakt zum "Kaffeekult" hergestellt ist, einer Kaffee-Rösterei mit Café in Stendal. Auch Marianne und Hans Kraßort sagen: "Kaffee und Schokolade sind unsere Leidenschaft!" Was lag da näher, als dass sich die beiden Unternehmen verbinden?

So haben sie auch gemeinsam diesen Nachmittag im "Klostermahl" ausgerichtet und werden am kommenden Sonnabend ab 15 Uhr mit der "Pralinenparty" noch eine Fortsetzung dranhängen. Dann werden Trüffel hergestellt, wobei die Gäste selbst Hand anlegen dürfen.

In Jerichow werden die "Feinschmecker" aus Stendal und Osterburg demnächst wohl öfter sein, denn auch mit der Stiftung Kloster Jerichow soll es eine weitere Zusammenarbeit geben. Einen Vorgeschmack davon konnten die Gäste an diesem Tag schon mal mit nach Hause nehmen: Das Kloster Jerichow in Schokolade. Dazu wurde eine Schokoladenkreation mit 55 Prozent Kakao-Anteil verwendet - ganz bewusst, weil diese geschmacklich zwischen der süßen Vollmilchschokolade und der Bitterschokolade liegt und deshalb fast jedem Schokoladenfreund schmeckt, wie Konrad Behrends erklärt.

Wie der leichte Bronzeton auf dem Kloster-Relief zustande kommt, das sei ein Geheimnis, betont Marianne Kraßort, bekräftigt aber, dass wirklich alles essbar sei.

Diese "Klosterschokolade" wird es künftig auch hier im Klosterladen geben, und auch "Klosterkaffee" soll hier angeboten werden, eine spezielle Mischung, frisch geröstet, in ganzen Bohnen oder vor Ort frisch gemahlen - je nach Art der geplanten Zubereitung mehr oder weniger fein.

 

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