Zum 100. Mal jährt sich 2014 der Beginn des Ersten Weltkrieges. Ab März ist das Schicksal Edlef Köppens an der Front und der Kriegsalltag in der Heimat in einer Ausstellung im Kreismuseum Jerichower Land zu sehen.

Genthin l Eröffnet wird die Ausstellung mit dem Titel "Heeresbericht-Schicksale im Ersten Weltkrieg: Edlef Köppen und andere" am 2. März.

Die Stadt- und Kreisbibliothek "Edlef Köppen" und das Kreismuseum Jerichower Land sind seit einiger Zeit damit beschäftigt das Projekt vorzubereiten. Kernstück ist der Roman "Heeresbericht", der die Fronterlebnisse des Schriftstellers erzählt. "Er schildert seine Erlebnisse an der Front in solch klarer Sprache, dass man ihn für andere sprechen lassen kann", begründet Bibliotheksleiterin Gabriele Herrmann die Grundidee der Ausstellung.

Aus gesichtetem Zeitungsmaterial, Ortschroniken, Nachlässen und archivierten Museumsstücken, teils aus Privatbestand, entsteht ein Gesamtbild der Erlebnisse an der Front und der Bewältigung des Kriegsalltags von Frauen und Kindern in der Heimat. Allein in Genthin gab es mehr als 320 Todesopfer und mehrere hundert Verletzte. "Es wird nur von der Gestaltung her eine schöne Ausstellung, die Schicksale dahinter sind mehr als erschreckend", sagt Herrmann. Private Leihgaben für die Ausstellung aus eigenen Familienüberlieferungen sind willkommen. "Ich denke da an Feldpostkarten, Fotos oder andere Erinnerungsstücke", so Museumsleiterin Antonia Beran. Der Ausstellungseröffnung geht das vierte Edlef Köppen Kolloquium am 1. März, dem 121. Geburtstag Köppens, voraus, bei dem es um Entstehung und Wirkung des Romans, aber auch um die psychologischen Auswirkungen von Kriegserlebnissen gehen soll.

Im September 1914 meldete sich Student Edlef Köppen als Kriegsfreiwilliger. Bei Kriegsende ist er vor allem wegen der Erlebnisse an der Front zum Pazifisten geworden.

Seit 1993, dem 100. Geburtstag des in Genthin geborenen Schriftstellers, beschäftigt sich die Stadt- und Kreisbibliothek mit seinem Nachlass. Vor zehn Jahren gründete sich der Freundeskreis Edlef Köppen, der mit ehrenamtlicher Arbeit die Bibliothek unterstützt. Über den Zeitraum der letzten drei Jahre haben sich die Bürgerarbeiter Evgeny Monakhov und Ramona Margraf mit der aufwendigen Digitalisierung des Köppen Archivs beschäftigt. "Der Ideenprozess ist nun abgeschlossen, jetzt geht es an die Umsetzung der Ausstellung", kündigt Museumsleiterin Beran an.