Paplitz l Das Aus für die Paplitzer Feuerwehr haben Thomas Barz und Achim Schmechtig am 1. Februar verkündet. Ortsbürgermeister Franz Schuster und die Mitglieder des Ortschaftsrates gaben ihre Zustimmung.

"Die Voraussetzungen für die Auflösung liegen vor", sagt Thomas Barz. Genthins Wehrleiter Achim Schmechtig erklärt, warum die Paplitzer Kameraden seiner Meinung nach nicht mehr leistungsfähig sind: "Kaum Führungskräfte, die nötigen Abschlüsse liegen nicht vor, die vom Land vorgeschriebenen Lehrgänge wurden von zu wenigen Kameraden besucht." Der Brandschutz in Paplitz sei nicht mehr gewährleistet.

Diese Probleme gibt es schon länger, offensichtlich wurden sie beim Scheunenbrand am 5. Dezember. Für den Paplitzer Wehrleiter Martin Reisener ein Wendepunkt: "Bis dahin habe ich immer für eine Erhaltung der Wehr plädiert, weil wir die Ersten vor Ort sind, wenn es in Paplitz brennt. Das musste ich in dieser Nacht zurücknehmen. Tucheim war vor uns da." Vier Paplitzer Feuerwehrmänner sind schließlich an der brennenden Scheune gewesen. Reisener: "Das war bitter." Das sieht auch Ortsbürgermeister Franz Schuster so: "Das halbe Dorf war auf den Beinen, nur die Feuerwehr war nicht da."

Dem Scheunenbrand vorausgegangen war ein langer Streit um die Notwendigkeit von Lehrgängen. Achim Schmechtig: "Die Anforderungen werden vom Land festgelegt. Das sind gesetzliche Vorgaben, an die sich jede Wehr halten muss."

Viele der Paplitzer Kameraden fühlten sich jedoch mit den Pflichten überfordert und schikaniert. Feuerwehrmitglied Jens Fischer plädiert für flexiblere Regelungen bei den Lehrgängen: "Wenn ich drei Wochen am Stück in Heyrothsberge verbringen soll, spielt mein Chef da nicht mit. Das muss doch auch in Wochenendlehrgängen gehen."

Fischer kritisiert wie einige andere Kameraden Schmechtigs Ton. "Wir wurden nur noch gemaßregelt und vorgeführt. Da kann einem die Lust aufs Ehrenamt vergehen." Von keiner Lust auf Paplitzer Feuerwehr könne dagegen keine Rede sein. Jens Fischer stellt klar: "Die Auflösung wird uns aufgezwungen. Wir wollen das nicht."

Und doch scheint die Auflösung, auch wenn Stadtrat und Innenministerium ihr noch zustimmen müssen, beschlossene Sache. Ortsbürgermeister Franz Schuster: "Das tut mir in der Seele weh, aber die fehlenden Abschlüsse unserer Kameraden sind nun mal gegen das Gesetz. Was sollen wir denn machen?"

Um den Brandschutz brauche man sich in der Bevölkerung keine Sorgen machen, sagt Achim Schmechtig. Die Nachbarwehren in Tucheim und Schopsdorf würden sich darum kümmern.

"Wir hoffen, dass die Paplitzer Kameraden ihr Ehrenamt nicht aufgeben und sich in einer der Nachbarwehren einbringen", sagt Thomas Barz.

Der Bürgermeister fügt hinzu, dass dieses Ende kein endgültiges sein muss. "Wenn sich in zwei bis drei Jahren Leute finden, die das auf die Beine stellen können, werden wir sie unterstützen."

In der Paplitzer Wehr glaubt man daran zurzeit nicht. Jens Fischer spricht für viele, wenn er sagt: "Eine Nachbarwehr kommt für mich nicht infrage." Und: "Wenn die Feuerwehr jetzt aufgelöst wird, wird es hier nie wieder eine geben."

   

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