Etliche Leser haben in der vergangenen Woche des Heimaträtsels Lösung gewusst: Das Schützenhaus von einst ist heute der Volksgarten. Und weil dort früher viel und gerne getanzt wurde, bekamen wir viele spannende Geschichten zu hören.

Genthin l Eine der schönsten Geschichten erzählte Ruth Hopp am Lesertelefon. Die Genthinerin ist im Jahr 1927 geboren, hat also viel erlebt. Einiges auch im ehemaligen Schützenhaus. "Da war immer was los. Musik, Kapelle und Tanz", erzählt sie fröhlich. Dann wird die Stimme nachdenklicher.

"Während des Zweiten Weltkrieges war es natürlich vorbei mit Musik und Tanz. Das Schützenhaus ist als Lazarett genutzt worden."

An die Wiedereröffnung nach dem Krieg denkt Hopp allerdings gern. "Beim Tanz am 29. Januar 1949 habe ich dort meinen Mann kennengelernt", erinnert sie sich noch ganz genau. Auch was sie damals trug, hat sie noch vor Augen. Etwas zum Anziehen zu bekommen, sei natürlich schwierig gewesen.

Frauentagsfeier und Wahlkampf um das Bürgermeister-Amt

"Ich bekam ein Kleid von der Schwester meines Vaters aus der Schweiz. Die war aber deutlich dicker als ich, darum musste ich einen Gürtel drum machen." Toll muss Ruth Hopp trotzdem ausgesehen haben, ihren Mann hat sie nämlich in genau diesem Kleid von sich überzeugt.

An viele schöne Veranstaltungen im Schützenhaus erinnert sich auch Siegrid Schuhknecht aus Kade und erzählt von Abibällen und Tanzstunden, aber auch von ernsteren Angelegenheiten wie der Versammlung der Handwerkskammer.

"Die Frauentagsfeiern im Schützenhaus waren immer sehr schön", sagt Roswitha Faber, als sie am Lesertelefon die richtige Lösung durchgibt. "Heute ist in dem Gebäude ein Möbelhaus", fügt die Mützelerin hinzu.

Auch der ehemalige Bürgermeister Wolfgang Bernicke hat im Schützenhaus einiges erlebt. Er hat aber nicht bei unserem Heimaträtsel mitgemacht. Doris Behrendt aus Zabakuck hat uns angerufen und davon erzählt, dass sie den damaligen Kandidaten für das Amt des Stadtchefs dort zum ersten Mal hat sprechen hören. "Ich war sofort begeistert", sagt Behrendt. Das sei der richtige für das Amt, hoffentlich wird er gewählt, habe sie gedacht. So kam es dann auch, 1979 wurde Bernicke Bürgermeister von Genthin.

"Wir haben da immer so schön getanzt", sagte Heide Schmidt aus Brettin. "Schade, dass es dort jetzt keine Tanzveranstaltungen mehr gibt."

Wann das Schützenhaus als Kreiskulturhaus "Volksgarten" wiedereröffnet wurde, weiß Franz Liebald aus Genthin ganz genau. "Am 30. April 1974 wurden Gaststätte und Café eröffnet. Am 6. Februar 1976 folgten Saal und Bar." Liebald erzählt auch, dass das Gebäude 1972 vom Rat des Kreises gekauft wurde. Bevor im Schützenhaus getanzt wurde sei es ein Warenlager gewesen.

Sofort gelöst wurde unser Rätsel auch von Carola Blanke. Kein Wunder, die Pareyerin hat dort von 1977 bis 1984 als Kellnerin gearbeitet. "Auch meine Ausbildung habe ich dort gemacht."

Karat tritt in Genthin vor 400 Leuten auf

Mit einer lustigen Episode wollen wir diese Geschichte über das Schützenhaus beenden. Diese ist Eckhard Neumann aus Genthin beim Betrachten des Bildes eingefallen: "Als ich Schüler war, gab Karat dort ein Konzert. Das war natürlich ein Ereignis und die ganze Klasse fuhr schon zum Aufbau der Technik hin." Ein Techniker habe dann durch den ganzen Raum gerufen "Wie ist die Akustik?" Anscheinend war sie nicht sehr gut. Denn der Hausmeister antwortete: "400 Leute passen hier rein."

Gewonnen hat Heide Schmidt aus Genthin. Sie kann sich ihren Biber-Gutschein in der Brandenburger Straße 55 montags bis freitags zwischen 9 und 17 Uhr abholen.

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