Rietzel/Hohenseeden l Zu einem Gottesdienst anlässlich des Weltgebetstages hatte am Freitagnachmittag der Pfarrbereich Grabow/Hohenseeden in die Kirche nach Rietzel eingeladen. Die Besucher kamen unter anderem aus Rietzel, Krüssau, Hohenseeden, Theeßen, Brandenstein und Grabow. Den Gottesdienst leitete Pfarrer Jürgen Kohtz.

Der Weltgebetstag stand unter dem Motto "Wasserströme in der Wüste". Pfarrer Jürgen Kohtz: "Wasser ist ein Lebenselixier, das eine enorme Bedeutung für die Menschheit hat." Symbolisch übersetzt heißt das, "alle Menschen in Ägypten, christlich und muslimisch, sollen erleben, dass sich Frieden und Gerechtigkeit Bahn brechen - wie Wasserströme in der Wüste". Frauen des ägyptischen Weltgebetstags-Komitees haben die Gottesdienstordnung für diesen Tag erarbeitet.

Frauen aus dem Pfarrbereich Grabow/Hohenseeden stellten das Land auch anhand von Frauen aus Ägypten und ihren Erlebnissen und Erfahrungen vor. "Viele denken bei Ägypten zuerst an Pharaonen und Pyramiden. Aber Ägypten ist mehr als das", machte Brunhilde Rusch aus Rietzel deutlich. So erzählt eine Frau über den Nil mit seinen besonderen Eigenschaften. Eine andere aus einem kleinen Dorf berichtet, wie sie mit dem Wenigen zurechtkommt, was sie hat. Die dritte Frau arbeitet bei der Regierung in Kairo für das Landwirtschaftsministerium. Sie beschäftigt sich mit der Rekultivierung von Wüstenland. Und die vierte ägyptische Frau schließlich freut sich, wenn das Wüstenland in leuchtenden Farben blüht und wenn die Kirchen Einheit in Christus suchen.

Gesungen wurden typische Landeslieder. Wer wollte, auch in der Landessprache.

Starke ägyptische Kirche

Der Evangelist Markus gilt als Begründer der ägyptischen Kirche und der ersten theologischen Schule. Aus ihr gingen viele große christliche Denker wie Clemens von Alexandria, Origenes und Athanasius hervor. In Ägypten fanden bereits in den frühen Jahrhunderten bedeutsame christliche Synoden statt. In dieser Zeit wurden auch ägyptische Missionare und Missionarinnen in die ganze Welt gesandt, zum Beispiel nach Irland, in die Niederlande, die Schweiz, den Sudan und nach Äthiopien. Aber auch heute kann das Land noch eine starke Kirche vorweisen.

Nach dem Gottesdienst waren dann alle Besucher in das Gemeindehaus zum Verweilen eingeladen. Gereicht wurde dazu ein kleiner Imbiss und Wein.