Mit Energiesparkoffern sollen Kinder in Kitas und Schulen zum sparsamen Umgang mit Strom, Wasser und der Heizung angehalten werden. Gestern wurden drei Koffer an die Stadt und das DRK übergeben.

Genthin l Startschuss für das Fifty-Fifty-Projekt zum Energiesparen in Genthin. Während des "Marktplatzes Kultur, Schule und Wirtschaft" hatten Bürgermeister Thomas Barz und Andy Martius, Vorstand des DRK-Regionalverbandes Magdeburg - Jerichower Land das Projekt ins Leben gerufen.

Damit soll den Kindern in Kitas und Schulen ganz praktisch vor Augen geführt werden, wie viel Energie im täglichen Leben verbraucht wird. "Wir wollen aber nicht nur mahnen, sondern auch ein Bewusstsein zum sparsamen Umgang mit Wasser und Strom schaffen", erläuterte Bürgermeister Thomas Barz.

Denn Kinder haben selbst schon ein Gespür dafür, dass beim Zähneputzen das Wasser nicht die ganze Zeit laufen muss oder Räume nicht unnötig aufgeheizt werden müssen.

"Die Motivation in den Einrichtungen ist groß", hat David Zunder von der Stadt Genthin festgestellt. Er ist für die Betreuung des Projektes zuständig. In der ersten Phase sind die drei Genthiner Grundschulen, die Grundschule Tucheim, sowie die Kitas in Parchen, Mützel, Gladau und Tucheim dabei. Ab der kommenden Woche gehen die drei Energiesparkoffer, die Dr. Alfred Kruse, Geschäftsführer der Stadtwerke Burg gestern im Rathaus übergab, auf Reisen.

In den Koffern befinden sich unterschiedliche Messgeräte, mit denen auch die Kinder den Energieverbrauch ermitteln werden können. Mit dem Luxmeter kann die Lichtstärke schnell und einfach gemessen werden. Ein Strommessgerät verrät die Energieverbräuche und Kosten vieler Elektrogeräte. Zudem enthält jeder Koffer eine Zeitschaltuhr, um beispielsweise hohe Stromfresser nach Schulschluss sicher vom Netz zu nehmen. Zum Set gehört auch eine Wetterstation, mit der Temperatur, Niederschläge und Windstärke gemessen und am PC ausgewertet werden können.

Innerhalb des Projektes sollen in den Kitas und Schulen je Gruppe oder Klasse zwei bis drei Kinder als Energiedetektive ausgebildet werden. Das bedeutet, die Jungen und Mädchen achten unter anderem darauf, dass das Licht ausgeschaltet wird, wenn keiner im Raum ist oder die Heizung nicht auf vollen Touren läuft, wenn Türen oder Fenster offen stehen.

50 Prozent der Ersparnis sollen die Kitas und Schulen behalten dürfen, der Rest fließt in die Stadtkasse. Daher hat das Projekt seinen Namen Fifty-Fifty (halbe-halbe). In anderen Bundesländern habe man sehr positive Erfahrungen mit den Energiedetektiven gemacht, die Einsparungen betrugen bis zu 30 Prozent, führte Thomas Barz aus. Die Koffer werden nach einem festen Plan von Einrichtung zu Einrichtung weitergereicht. "Bereits vor den Sommerferien wollen wir eine erste Bilanz des Energiesparprojektes ziehen", kündigte David Zunder an.

Nicht nur die Einrichtungen und die Stadt hätten etwas von dem Projekt, meint Thomas Barz. "Letztlich profitieren auch die Eltern zu Hause vom Wissen ihrer Kinder."