Die Güsener Natur- und Waldfreunde wollen das abgebrannte Nebengebäude wieder aufbauen. Eine Spendensammlung startete jetzt der Vorstand unter dem Vorsitzenden Hans-Werner Tusch.

Güsen l Mit Brandbeschleuniger wurden mehrere Gebäude der Güsener Jagdhütte am 6. März angezündet. Nur durch Zufall wurde das Feuer am frühen Morgen von einer Volksstimme-Zustellerin entdeckt. Die schnell eintreffende Feuerwehr konnte allerdings ein Gebäude nicht mehr retten. Das Haus, in dem die Toiletten untergebracht waren, brannte komplett aus. Die eigentliche Jagdhütte kam mit Blessuren davon. "Es roch fürchterlich nach Benzin", erinnert sich Hans-Werner Tusch.

Der Chef des Vereins der Natur- und Waldfreunde betreibt mit seinen Vereinsmitgliedern die Jagdhütte in Staatsbesitz. Der Verein ist so engagiert, dass die Jagdhütte bis zum Brand beinahe jedes Wochenende ausgebucht war, schildert er.

"Viele Leute haben uns gebeten, eine Spendensammlung für den Wiederaufbau zu starten", sagt er. Deshalb habe er sich mit seinem Vorstand entschlossen, nun Geld zu sammeln, um die Jagdhütte wieder herzurichten.

Mehr als 50 000 Euro Schaden sind bei dem Feuer entstanden. Das Grundstück mit den Gebäuden gehört der Forst und damit dem Land. Eine Versicherung gegen Feuer habe es nicht gegeben, hat sich Hans-Werner Tusch bereits erkundigt. Aufgeben wollen er und seine mehr als 40 Vereinsmitglieder nach dem Brand nicht. "Wir machen weiter", sagt er.

Auf jeden Fall sollen die großen öffentlichen Veranstaltungen durchgeführt werden. "Diese Veranstaltungen finden alle statt", kündigt er an. So werde das Osterfeuer an der Jagdhütte durchgeführt, verspricht er. Für den Abend könne der Verein mobile Toiletten bestellen. Schnell wollen die Natur- und Waldfreunde ihre Jagdhütte wieder aufbauen. Dafür soll das gesammelte Geld eingesetzt werden. "Wir werden auch noch Spendenboxen aufstellen. Viele Bürger haben ausdrücklich darum gebeten", schildert er.

Mehr Spuren im Hauptgebäude

Ob sich der Eigentümer mit in die Erneuerung der Jagdhütte einbringe, sei noch offen. In der zuständigen Forstverwaltung müssten erst einmal einige Gespräche dazu geführt werden. Die Polizei hat unterdessen die Untersuchung des Falls fortgesetzt, bestätigt Polizei-Pressesprecher Thomas Kriebitzsch. In dem abgebrannten Gebäude habe die Polizei nur sehr wenige Spuren sichern können, sagte er gestern auf Nachfrage der Volksstimme. Besser sei die Spurenlage in dem Hauptgebäude gewesen.

Zunächst sei die Polizei davon ausgegangen, so der Pressesprecher weiter, dass der Brand zur Verwischung von Spuren eines Einbruchdiebstahls dienen sollte. Für diese Theorie spreche allerdings nicht, dass aus der Jagdhütte nichts gestohlen wurde. Es habe kein Diebstahl stattgefunden.

Als Brandstiftung mit Sachbeschädigung werde der Vorfall deswegen bei der Polizei eingestuft. Die Untersuchungen seien aber noch längst nicht abgeschlossen.

Dass im Hauptgebäude das Feuer wieder erlosch sei darauf zurückzuführen, dass nicht genug Sauerstoff zur Verfügung stand, schätzt Hans-Werner Tusch ein. Die Tür sei so dicht, dass der vorhandene Sauerstoff nicht ausreichte, um ein Feuer zu erhalten. Da habe der Verein noch Glück gehabt, dass die Flammen von selbst erloschen. Mit ausreichender Luftversorgung wäre das Haus womöglich ebenfalls abgebrannt.

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