Was wird auf Genthin mit dem grundhaften Ausbau der innerörtlichen B 1 vom Wasserturm bis zur Friedensbrücke zukommen? Zum Zeitplan, der drei Jahresscheiben festschreibt, gibt es jetzt neue, detaillierte Informationen. Die gute Nachricht: Die Einschränkungen für den innerstädtischen Verkehr können minimiert werden.

Genthin l Bevor in Genthin die Technik für den ersten Bauabschnitt, Berliner Chausee, anrückt, sollte - so hieß es noch vor Wochen - die Umleitungsstrecke über Roßdorf und Brettin nach der Frostperiode lediglich ausgebessert werden. Unter anderem war von der Erneuerung des Fahrbahnbelages die Rede. Davon rückt die Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt nun offensichtlich ab. Der Behörde zufolge, das teilte Genthins Bürgermeister Thomas Barz der Volksstimme gestern mit, müssten nun "umfangreiche Arbeiten an der Umleitungsstrecke erfolgen", um sie für die dreijährige Dauer des grundhaften Ausbaus in Genthin zu ertüchtigen.

Landesstraßenbaubehörde, Planerin Heiderose Seidel und die Stadt Genthin haben für dieses Jahr von Juli bis Mitte August die Ertüchtigung der Ortsdurchfahrt Roßdorf und der Wendeschleife "Am Birkenwäldchen" auf ihre Agenda gesetzt. Zu diesem Zeitpunkt, versicherte Bürgermeister Thomas Barz, werde es noch keine Auswirkungen auf die Befahrbarkeit der innerörtlichen Bundesstraße geben.

Dass es jetzt Änderungen im Bauablauf gibt, sei dem Bemühen geschuldet, dass der innerstädtische Verkehr und alle Anlieger so gering wie möglich während der Bauarbeiten belastet werden sollten, gab der Stadtchef zur Auskunft. Das gelte auch für den Verkehrsfluss, Einschränkungen sollten hier zeitlich äußerst kurz bemessen sein.

Demnach wurde entschieden, den 1. Bauabschnitt (Friedensbrücke bis Werderstraße) in drei Teilabschnitte zu unterteilen.

Mit Blick auf die innerstädtische Verkehrsführung, informierte der Bürgermeister, soll in diesem Jahr zunächst der Knotenpunkt Breitscheidstraße/Berliner Chaussee mit einer Gesamtlänge von zirka 220 Metern ausgebaut werden (nicht wie anfänglich geplant Baubeginn ab Tankstelle). Der Ausbau des Knotenpunktes erfolge aber unter der Maßgabe, dass die Kreuzung grundsätzlich einspurig (Fahrtrichtung Am Werder - Breitscheidstraße) befahrbar ist.

Der Ausbau der B 1 (links und rechts der Kreuzung zirka 220 Meter) erfolgt weiterhin unter Vollsperrung.

Der Ausbau des Knotenpunktes soll nun erst im August, nicht wie ursprünglich geplant im Mai, in Angriff genommen werden und wie bereits avisiert im November fertiggestellt sein.

Die Ausschreibung für den gesamten 1. Bauabschnitt (Friedensbrücke-Werderstraße) soll bis Ende April veröffentlicht sein, so dass das Vorhaben terminlich gut im Plan liegt.

Im kommenden Jahr soll dann der letzte Teilabschnitt des ersten Bauabschnitts, Werderstraße/Feuerwehr, bis spätestens zum Ende Juni fertiggestellt sein.

Der innerstädtische Verkehr, aber auch die Anlieger werden davon profitieren, dass nach neuestem Stand der zweite Bauabschnitt (Berliner Chausee/Werderstraße) nunmehr nicht zeitversetzt, sondern parallel zu den Restleistungen des ersten Bauabschnitts ausgeführt wird. Dies hat zur Folge, dass sich die Genthiner im kommenden Jahr lediglich mit einer Vollsperrung in einer Dauer von vier bis fünf Monaten einrichten müssen. Dadurch entfallen einige Monate der den Verkehr belastenden Vollsperrung, stellte Thomas Barz fest.

Die drei Jahresscheiben entfallen 2014 auf die Berliner Chaussee, 2015 auf die Berliner Chaussee/Werderstraße und 2016 auf die Geschwister-Scholl-Straße.

Mit dem grundhaften Ausbau der Bundesstraße werden auch die Nebenanlagen, die Fuß- und Radwege, die Bushaltestellen und Parkplätze, in das Baugeschehen integriert, so dass sich die innerörtliche Bundesstraße in Genthin gravierend verändern wird.

Im Investitionsplan der Stadt Genthin nimmt der Eigenanteil der Kommune am innerörtlichen B 1-Ausbau mit 385 000 Euro den Löwenanteil ein.

Im Bundesverkehrswegeplan ist der Ausbau der Bundesstraße 1 in Genthin mit einer Investitionssumme von 8,5 Millionen Euro festgeschrieben.