Antrag gestellt. Antrag zurückgestellt. Happy End nach Antragsbewilligung. Die Förderung durch den Lokalen Aktionsplan (LAP) kostete Frank Müller mehr Zeit und Nerven, als gedacht.

Genthin l Die gute Nachricht erfuhr Frank Müller, Vorsitzender des Vereins für charakterbildende Kampfkunst ganz am Ende des Begleitausschusses: Antrag bewilligt, Müller bekommt 2170 Euro Fördermittel aus dem LAP (siehe Infokasten).

Die Sitzung fand in der vergangenen Woche statt, über den gleichen Antrag haben die Mitglieder am 11. Februar schon einmal beraten. Müller will im Rahmen des Projekts "Kinder gegen Gewalt" mit Mädchen und Jungen nach Hamburg fahren und zwei Seminare besuchen. "Gewaltfreie Konfliktlösung und Selbstverteidigung", erklärt der Taekwondo-Trainer. Dafür hatte er 2170 Euro Fördermittel beantragt.

Und dafür Kritik aus dem Begleitausschuss einstecken müssen. "Das sieht mir nach einem Trainingslager aus", sagte Fritz Mund während der Sitzung am 11. Februar. Der LAP sei nicht dafür da, um vereinsinterne Maßnahmen zu fördern, so der Vorsitzende des SV Chemie damals weiter. Der Antrag wurde zurückgestellt.

"Ich habe davon durch die Presse erfahren", kritisiert Frank Müller. Das Stellen des Antrags sei recht zeitaufwändig gewesen. "Und wenn ich gewusst hätte, dass ich dann im Ausschuss auf der Anklagebank sitze, hätte ich ihn nicht gestellt", sagt Müller.

Die Vorwürfe, dass es sich bei dem Projekt um ein vereinsinternes Trainingslager handelt, weist er zurück: "Wir arbeiten mit den Grundschulen Stadtmitte und Uhland zusammen. Die Kinder haben alle Einladungen zu dem Projekt erhalten."

Bei der Ausschusssitzung am 11. Februar wurde bemängelt, dass Müller nicht anwesend war, um Fragen zu beantworten. In der vergangenen Woche war er zur Sitzung gekommen, Fragen hatte nun aber niemand mehr. Die Vorsitzende des Ausschusses Carola Elsner fasste also zusammen: "Die Veranstaltung ist für die breite öffentliche Masse zugänglich?" Müller bejahte.

Er erklärte weiter: "Unser Trainingslager findet im Juli in Zabakuck statt. Nur für Vereinsmitglieder. Und natürlich ohne Fördermittel finanziert."

Müller hatte auch daran gedacht, den Antrag nach der ersten Sitzung komplett zurückzuziehen. "Aber ich hatte den Kindern den Ausflug nach Hamburg schon versprochen." Also wurde nachgebessert und umformuliert. Mit Erfolg. Die Mitglieder stimmten für das Projekt. Außerdem wurde ein weiterer Antrag bewilligt. Der Heimatverein Mangelsdorf erhält 1980 Euro für das Projekt "Auf den Spuren von Zugewanderten."

Carola Elsner fasste die Zahlen zusammen: 30 767 Euro von insgesamt 46 356 Euro aus dem LAP waren noch da. Minus 2170 Euro für Müllers Verein, minus 1980 Euro für den Mangelsdorfer Heimatverein. Verbleiben 26 617 Euro. Damit diese unter die Vereine gebracht werden können, ist am 6. Mai ab 17 Uhr ein Speed-Dating geplant, bei dem die Vereine animiert werden sollen, Anträge zu stellen. Im Sitzungssaal des Rathauses können sich Vereinsmitglieder über die Möglichkeiten informieren.

Noch bis zum 7. Juli ist eine Förderung mit Mitteln aus der Aktion "Toleranz fördern - Kompetenz stärken" im Rahmen des LAP möglich. Die Projekte sollten bis zum 7. Juli abgeschlossen sein, für die Antragstellung ist eine Power-Point-Präsentation für den Begleitausschuss nötig.