Fast einen Monat früher als im vergangenen Jahr hat in der Agrargenossenschaft Hohenseeden-Parchen die Spargelernte begonnen. Am vergangenen Sonnabend sind die ersten Stangen gestochen worden. Gut, dass auch der Termin für`s Spargelfest dieses Jahr etwas zeitiger ist: Es wird am 24. Mai gefeiert.

Hohenseeden l "Als wir den Termin festgelegt haben, ahnten wir noch nicht, dass die Spargelsaison dieses Jahr so früh beginnen wird", sagt Gerhard Flügge, Vorsitzender der Agrargenossenschaft. Voriges Jahr um diese Zeit gab es noch Schnee, erinnert er. Diesmal dagegen hätte es knapp werden können bei einem Spargelfesttermin erst im Juni, denn länger als 56 bis 60 Tage darf das wertvolle Gemüse nicht geerntet werden, um die Kulturen nicht zu schädigen. Dann muss der Spargel wachsen, Blattmasse bilden und Reserven einlagern für das nächste Jahr.

Wegen des überwiegend milden Winters konnte diesmal schon Anfang März die erste Folie auf Spargeldämme ausgebracht werden, um die Ernte zu verfrühen. Das sei dann sukzessive fortgesetzt worden, berichtet Flügge. Während voriges Jahr erst am 1. Mai mit der Ernte begonnen werden konnte, können nun schon die ersten Stangen angeboten werden.

Die ersten Stangen sind noch ausschließlich per Hand geerntet worden - ganz ohne technische Hilfe. Leichter und schneller geht es mit den "Spargelspinnen": Zwar erfolgt das Stechen auch hier von Hand, aber die "Spinnen" können zum Einen die Folie aufnehmen und zum Anderen die Spargelkisten transportieren. Während ohne diese Technik ein guter Spargelstecher 80 bis 100 Kilogramm pro Tag schafft, seien mit der Spinne bis 300 Kilogramm möglich, erläutert Gerhard Flügge die Vorzüge. Für die Spargelstecher sei es zudem eine Erleichterung - sie brauchen nicht ständig die Spargelkörbe zu tragen.

Bisher besitzt die Agrargenossenschaft 55 Spargelspinnen für Bleichspargel und vier für Grünspargel. "Wir wollen noch mehr anschaffen", kündigt Flügge an.

Sehenswert ist es, wenn ein Teil der Spargelspinnen in langer "Karawane" vom Hof der Agrargenossenschaft zum Acker fährt. Gestern war es wieder soweit, denn mit zunehmender Erntemenge bei dieser milden Witterung lohnt der Einsatz der Technik.

Ein Teil der polnischen Erntehelfer ist bereits rund um Hohenseeden im Einsatz. 58 seien schon da, sagt Gerhard Flügge. Insgesamt werden es 175 polnische und 25 deutsche Erntehelfer sein. Die deutschen Saisonkräfte werden überwiegend im Verkauf, Transport, in Aufbereitung und Vermarktung eingesetzt.

Die Agrargenossenschaft hat derzeit 150 Hektar Spargel im Anbau, davon acht Hektar Grünspargel. Geerntet wird auf 132 Hektar dieser Fläche, der Rest sind junge Kulturen. Denn der Spargel ist zwar eine Dauerkultur, aber mehr als acht bis zehn Jahre Anbau lohnen nicht, dann bringt die Anlage nicht mehr die gewünschten hohen und qualitativ hochwertigen Erträge und muss gerodet werden. Rechtzeitig junge Kulturen nachzuziehen, ist deshalb sehr wichtig.

Ganz frisch ist der Hohenseedener Spargel jetzt schon in der Bauernscheune zu haben, und beim Markt am kommenden Sonnabend rechnet Gerhard Flügge mit entsprechend großer Nachfrage.

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