Kirschen frisch vom Baum naschen, selbstgeerntete Äpfel als Pausen- snack oder Pflaumen aus dem heimischen Garten. In der Parchener Albrecht-Dürer Schule ist das bald Realität. Dort wurde am Freitag die Streuobstwiese eingeweiht.

Parchen l Das Gras kitzelt an den Füßen, die Bienen summen, die Sonne wärmt schon ganz ordentlich, es duftet nach Frühling. Was klingt wie im Urlaub, ist in der Parchener Albrecht-Dürer Schule Alltag. Am Freitag wurde dort die Streuobstwiese eingeweiht. Sie ist ein Teil des Projekts "Lernen in der Natur".

"Damit hat man nicht viel Arbeit, die muss man nur fleißig gießen"

Aimee Matschek, Klasse 7

Das besteht hauptsächlich aus Ideen der Schüler: Es gibt eine Naturecke mit Buden zum Verstecken, ein grünes Klassenzimmer mit Hütten aus Holz für den Unterricht draußen. Für den Plan von der "Bewegten Pause" steht ein Basketball-, ein Bolz- und ein Spielplatz bereit. Außerdem werden beim Start der Pause Spielgeräte ausgegeben. "Das Konzept hatten wir vor ein paar Jahren eingereicht, um Fördermittel zu bekommen", erzählt Schulleiterin Bianka Richter. "Das hat nicht geklappt, darum haben wir es auf eigene Faust versucht."

Mit Erfolg. Durch die Hilfe von Firmen aus der Region, den Einsatz der Schüler, Eltern und Lehrer ist jetzt alles fertig, letzter Schritt war die Einweihung der Streuobstwiese. Bevor eingeweiht wurde, musste gepflügt und der Boden eben gemacht werden. Ernst-Adolf Kampe rückte mit seiner Technik an und erledigte das. Im Gegenzug stellten die Schüler Keramik für seinen Hofladen her und halfen auf seinen Feldern.

Die Bäume stellte Günter Neumann aus Redekin zur Verfügung. Bevor die im Herbst gepflanzt werden konnten, räumten Lehrer und Schüler viel Holz beiseite. Jetzt tragen die ersten Bäume schon Blüten, grüne Blätter sind an allen zu sehen. "Ein Zeichen, dass sie das Anpflanzen überstanden haben", sagt Bianka Richter.

Damit die Bäume ausreichend Pflege bekommen, hat sich das Lehrerteam etwas besonderes ausgedacht: Sie werden verlost. Die Klassensprecher ziehen einen Zettel, auf diesem steht der Baum, für den die Klasse die Patenschaft übernimmt.

So kommt die siebente Klasse zu zwei Apfelbäumen. Das Los hat Jonas Peine aus Roßdorf gezogen. Seine Klassenkameraden sind zufrieden. "Meine Oma hat auch einen Apfelbaum", sagt Sophie Hahn aus Dretzel. Und Aimee Matschek aus Parey weiß: "Damit hat man nicht viel Arbeit, die muss man nur fleißig gießen."

"Tipp: Kapuzinerkresse drum herum pflanzen. Das sieht toll aus."

Ernst-Adolf Kampe, Leinölmühle Parchen

Dafür haben die Schüler Gießränder angelegt. Einen Tipp gibt Ernst-Adolf Kampe den Schülern mit auf den Weg: "Kapuzinerkresse drum herum pflanzen. Das sieht toll aus, wenn die sich an den Bäumen hoch rankelt."

Das Los mit dem begehrten Süßkirschenbaum zieht Laura Rzoczeck aus Neuenklitsche. Um ihn kümmert sich jetzt ihre neunte Klasse. Nächster Höhepunkt auf der Streuobstwiese: die erste Ernte. Dann gibt es neben Gras, Bienen und Sonne auch Kirschen, Äpfel, und Zwetschgen.