Das große Infrastrukturprojekt am Gelände des Klosters Jerichow musste nun wetterbedingt pausieren – das zweite Projekt innerhalb des Klosters kann jedoch fortgeführt werden. Im November wurde das Museum ausgeräumt, und im Dezember begann die Entkernung. Schwerpunkt des Projekts sind der Bau eines neuen Eingangsbereichs mit Fahrstuhl und die Erweiterung des Museums.

Jerichow. Die Türen vom leeren Museumsraum zum ehemaligen "Klostercafé", zu den Büros, zu Archiv, Werkstatt, kleiner Küche und Mitarbeitertoiletten auf der gegenüberliegenden Seite sind schon ausgebaut, Leitungen und Elek- trokabel wurden weggerissen, zum Teil auch schon die Decken. Folgen werden bald die Zwischenwände: Die ehemaligen Toiletten werden komplett verschwinden, ebenso die ganze Front zu den nebenräumen auf der Innenseite.

Nebenan, in der ehemaligen Backsteinausstellung, ist zum Südflügel hin noch eine provisorische Planen-Tür eingebaut. Dahinter ist die Wand zur ehemaligen kleinen Küche, gegenüber vom Eingang zur ehemaligen Heimatstube, aufgerissen. Hier wird eine neue Tür eingebaut. Diese wird allerdings nicht bis auf das bisherige Fußboden-Niveau herunterreichen, zeigt Jan Wißgott, Leiter der Stiftungsverwaltung. "Der Fußboden wird hier um 40 Zentimeter angehoben." So wird auf der ganzen Front des Ostflügels zur Innenseite hin eine Empore entstehen, die über zwei Rampen im Bereich der ehemaligen Backsteinausstellung auf der entgegengesetzten Seite, wo derzeit die Treppe zum Museum hinaufführt, zu erreichen sein wird. Die Barriere zu dieser Empore werde zugleich eine Heizung sein, auf der die Besucher sitzen können, erklärt Wißgott.

An einigen Stellen sind derzeit die Deckenbalken mit provisorischen Stützen abgefangen. Später soll teilweise neues Gebälk eingezogen werden und die vorhandenen hölzernen Stützen werden erweitert und ergänzt, erläutert Jan Wißgott. Der Grund dafür sei, dass das neue Dach des Ostflügels, das vor Wintereinbruch bereits teilweise gedeckt wurde, insgesamt etwa 4,5 Tonnen schwerer sein wird als das alte. "Es wird nach historischem Vorbild mit Biberschwänzen gedeckt, die dicker sind als die sonst üblichen. Bisher haben sich drei verschiedene Sorten Ziegel auf dem Dach befunden."

Das Dachdecken soll weitergehen, wenn der Schnee weg und dauerhaft mindestens fünf Grad über null erreicht sind, sagt Wißgott. Er rechnet damit, dass das erst im März sein wird. Innen aber wird nun tüchtig weitergemacht.

Eine neue Toilette, die dann auch von den Besuchern des Museums genutzt werden kann, soll im ehemaligen Archiv rechts neben dem Versammlungsraum (Klostercafé) eingebaut werden. Erneuert wird der gesamte Fußboden im Museumsbereich, denn der Beton ist mehrfach gerissen und uneben. Die obere Schicht wird entfernt und stattdessen flexibles Material eingebaut, das trotz der Verbindung zu den Holzbalken nicht reißen wird. Die Treppe zum Museum wird erneuert, weil sie in der jetzigen Form nicht den Sicherheitsanforderungen entspreche, erläutert Wißgott. Der Haupteingang jedoch wird über einen Durchbruch im ehemaligen Türbogen der Backsteinausstellung – im Winkel zwischen Ost- und Südflügel – ins Museum führen. Vom ehemaligen Malzkeller her werde über eine Treppe und einen Fahrstuhl ein neuer Zugang gebaut. Die Entkernung dort sei schon recht weit fortgeschritten. Diese Woche sollen ein neuer Eingang und neue Fenster aufgebrochen werden, und der Anbau mit dem ehemaligen Schweinestall soll eingerüstet werden. Im künftigen Eingangsbereich, dem ehemaligen Stall, soll der Fußboden wegen der notwendigen Raumhöhe um 20 Zentimeter abgesenkt werden, das heißt, dass zunächst insgesamt 70 Zentimeter abgetragen werden müssen. Da die Fundamente des Stalls über zwei Meter tief sind, sei das kein Problem.

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