Genthin l Was hat die heutige Sitzung des Stadtrates mit dem Sportunterricht in den Grundschulen zu tun? Eine ganze Menge. Die Ratsmitglieder stimmen heute über den Haushalt der Stadt sowie das Konsolidierungskonzept ab. Weil Genthin sparen muss, hat die Verwaltung in diesem Konzept etliche Sparvorschläge erarbeitet.

Stimmt der Stadtrat heute für das Konzept, können die Sparvorschläge umgesetzt werden. Einer von ihnen sieht die Schließung der Turnhallen der Uhland- sowie der Diesterweg-Grundschule vor. Die Turnhalle der Uhland-Grundschule müsste saniert werden. "Das kostet einen siebenstelligen Betrag", sagt Bürgermeister Thomas Barz. "Den kann die Stadt nicht aufbringen." Sie wolle nämlich lieber in die Sanierung der Uhland-Grundschule investieren, um diese barrierefrei zu machen. Bauarbeiten an der Turnhalle könne man sich nicht zusätzlich leisten.

Die Halle ist laut Barz auch nicht zwingend nötig. Er rechnet vor: "16 Schulsportstunden pro Woche finden dort statt. Die können auch in die Halle der \'Sekundarschule Am Baumschulenweg\' verlegt werden." Hier stünde nur wenige Meter entfernt eine sanierte Halle zur Verfügung. Dorthin könnten die Schüler laut Barz "geschmeidig" laufen.

Ein weiterer Weg zur Turnhalle kommt, wenn dieser Punkt des Konsolidierungskonzeptes umgesetzt wird, auf die Diesterweg-Schüler zu. Ihre Sportstunden - die Schule hat vier Klassen mit je zwei Sportstunden, das macht acht Stunden pro Woche - würden dann im Stadtkulturhaus stattfinden. "Natürlich erst, nachdem dieses zur multifunktionalen Halle umgebaut worden ist." Dies nehme mehr Zeit in Anspruch als in der Uhland-Grundschule.

Deshalb blieben die Kinder zunächst in ihrer alten Sporthalle. Auch diese müsste aufwendig saniert werden. Thomas Barz sagt: "Es macht keinen Sinn, dort wie wild zu investieren." Erstens hätte man das Geld dazu nicht und zweitens könne es sein, dass das Land die Schule 2018 wegen zu geringer Schülerzahlen schließt. Dass das passiert, wolle Barz nicht hoffen, aber ausschließen können man es eben nicht. "Das ist eine Entscheidung des Landes. 2018 hat die Grundschule einer Schätzung zufolge 63 Schüler. Wir können nicht mit Gewissheit sagen, dass das ausreicht."

Dies sei auch der Grund, warum es für die Halle keine Fördermittel gebe. Die Stadt müsste für die Bauarbeiten allein aufkommen. "Unmöglich", sagt Barz. "Dann lieber das Stadtkulturhaus sanieren und die Kinder mit dem Bus dorthin fahren." Das funktioniere bei den Schwimmstunden ja auch.

Das Stadtkulturhaus solle keine Turnhalle im klassischen Sinne, sondern eine multifunktionale Halle werden. "Es wird dort keine Tore oder Ballsportargeben."

Die Mitglieder des Stadtrates stimmen heute über das Konsolidierungskonzept und somit auch über den "Turnhallen-Plan" ab.