Genthin l Auf Alkohol und Zigaretten zu verzichten, das ist für einige Jugendliche schon eine Herausforderung. Aber sich auch vom Smartphone zu trennen, ist heutzutage schier ein Ding der Unmöglichkeit.

Keine Ferienfreizeit, sondern Extremerfahrung

Das sind einige der Dinge, die während der viertägigen Tour durch das Jerichower Land strikt untersagt sind. "Die Betreuer haben natürlich ein Handy für den Notfall", erläuterte Bernd Neumann den Mitgliedern des Begleitausschusses am Dienstag im Genthiner Rathaus. Das Vorhaben sei keine verschleierte Ferienfreizeit, sondern allein durch die verschiedenen geplanten Etappen eine wirklich extreme Reise durch die Region.

"Dabei soll kein Wettkampfcharakter zwischen den Mannschaften entstehen, sondern die eigenen Grenzen erkannt werden", so Manfred Göbel vom Jugendhaus Parey. Konflikt- und Stressbewältigung und Teamgeist sind ebenso gefordert, um den Orientierungsmarsch gemeinsam als Gruppe zu schaffen.

Besonders ist in diesem Jahr, dass die sechs antretenden Mannschaften, je vier Jugendliche plus Betreuer, nur Koordinaten in die Hand bekommen. Mit Hilfe eines GPS-Gerätes (eine Art digitaler Kompass) zur Navigation suchen sie sich so ihre Strecke zum nächsten Wegpunkt. Dort angekommen gibt es neue Koordinaten. "Dadurch ist das Abkürzen der Strecke eigentlich ausgeschlossen", erläuterte Neumann. Außerdem gibt es pro Station ein Puzzleteil. Nur wenn alle Stationen abgelaufen werden, ist es vollständig. Eine zusätzliche Idee ist auch, die Tourpunkte mit dem Projekt "Zeitensprünge" zu verbinden. An historischen Orten im Altkreis Genthin könnten die Mannschaften so mehr über die regionale Geschichte erfahren.

Diskussionsstoff lieferte die mediale Dokumentation der Rallye. Ein Filmteam aus Stendal soll die Jugendlichen begleiten und im Anschluss einen Film daraus schneiden. Die Diskussion darüber wurde im nichtöffentlichen Teil fortgesetzt.

Verpflegung und Honorare sind größte Posten

Am Ende stimmte der Begleitausschuss für eine Förderung des Vorhabens durch den Lokalen Aktionsplans Genthin/Jerichow. Die Gesamtsumme von 11 086,14 Euro beinhaltet die komplette Finanzierung der Extrem-Rallye. Große Posten sind die Verpflegung mit 3230 Euro und die Honorare in Höhe von 3800 Euro, hauptsächlich für die Arbeit des Filmteams. Es wird während der gesamten Zeit dabei sein.

Die Extrem-Rallye ist ein Projekt der Jugendarbeit in Elbe-Parey, Jerichow und Genthin und des Regionalen Arbeitskreises. Dienstags bis freitags, vom 29. Juli bis zum 1. August, sollen 24 Jugendliche gemeinsam mit einem 15-köpfigen Organisationsteam rund um den Seedorfer Weg zu Fuß, auf dem Wasser und mit dem Fahrrad unterwegs sein.

Am Dienstagabend war jedoch noch nicht klar, ob Fördermittel des Lokalen Aktionsplans auch nach dem 7. Juli zur Verfügung stehen.