Malereien der Apsis und der Chorwand der Altenplathower Kirche werden gegenwärtig fachgerecht durch Mitarbeiter einer Potsdamer Firma restauriert. Evangelische Gemeinde, der Kirchenkreis Elbe-Fläming und der Förderverein der Altenplathower Kirche mussten dazu finanzielle Hürden nehmen.

Genthin/Altenplathow l Zufrieden schaut Werner Zietz, bis vor Kurzem noch Vorsitzender des Fördervereins Altenplathower Kirche, den Restauratorinnen Helen Jakobsen und Gabriela Gusmann bei ihrer Arbeit zu, die sie hoch auf dem Gerüst im Gewölbe ausführen. Die Restauration, sagt er, sei längst überfällig gewesen. Eindringende Nässe, noch eine Folge des Beschusses der Kirche im Jahr 1945, habe zu schweren Schäden an der Bemalung an der Chorwand und in der Apsis geführt. Vor etwa 13 Jahren habe bereits eine Restauratorin aus Dresden eine Probefläche bearbeitet, doch der Gemeinde fehlte seinerzeit das notwendige Geld, um das Vorhaben vollständig ausführen zu lassen.

"Jetzt machen wir endlich den Rest", sagt Werner Zietz zuversichtlich. Nach etlichen, auch fehlgeschlagenen Versuchen, verschiedene Fördertöpfe in Anspruch zu nehmen, konnte nun die Restaurierung angeschoben werden. Allein der Förderverein wird sich mit 6000 Euro an dem Vorhaben beteiligen, dessen Gesamtkosten sich insgesamt bei 37 000 Euro einpegeln. Es werde immer schwieriger, Leute für große Veranstaltungen in der Kirche zu begeistern, was die Einnahmesituation des Fördervereins erschwere, sagte Zietz.

Dennoch: Mit einem Betrag aus der Altenplathower Rücklage, mit der finanziellen Unterstützung durch den Kirchenkreis Elbe-Fläming sowie durch das Kirchspiel Genthin und Spenden ist das Vorhaben weitestgehend gesichert. Bei den Jugendstilmalereien, die gegenwärtig der Restauration unterzogen werden, handelt es sich um Originale, die noch aus der Bauzeit der Kirche um 1904 stammen. Pfarrer Dr. Reinhard Simon weiß um die Liebenswürdigkeit der Altenplathower Kirche, deren wichtigster Ort, der Bereich um den Altar, jetzt restauriert wird. "Die Altenplathower haben sich vor 100 Jahren eine absolut schöne Kirche hingestellt", sagt er.

Die Malereien dieser verhältnismäßig jungen Kirche werden von den Restauratorinnen in kunstvoller Kleinarbeit in speziellen Verfahren und vielen kleinen Schritten gereinigt, gefestigt und ergänzt. Es gibt hier verschiedene Probleme, erklärt Restauratorin Helen Jakobsen. Eines würde darin bestehen, dass bei der Malschicht, die in der Apsis in Blau ausgeführt ist, eine sogenannte Entfestigung eingetreten sei.

"Hier kann man die Farbe einfach abwischen". Würde diesem Prozess nichts entgegengesetzt, würden diese Malereien eines Tages einfach verschwinden, erklärt die Restauratorin. Im Gewölbe haben die Restauratoren zudem etliche Stellen ausgemacht, an denen vermutlich in den 1940er Jahren Ausbesserungsarbeiten vorgenommen wurden. Ein Indiz dafür sind die verschiedenen Blautöne, die bei einer genauen Inaugenscheinnahme deutlich werden.

Ein weiteres Problem seien Fehlstellen, insbesondere im Sockel. Insgesamt allerdings, resümiert Helen Jacobs aus fachlicher Sicht, bewegen sich die Restaurationsarbeiten an der Wandmalerei in der Altenplathower Kirche in einem durchaus üblichen Rahmen. "Solche Arbeiten sind immer sehr aufwendig", sagt sie.

Ein Vierteljahr haben die Restauratoren für die Arbeiten in Altenplathow veranschlagt. Je nach Bedarf wird noch eine weitere Kollegin vor Ort sein. Auch Auftragnehmer Tom Zimmermann, der bereits viele Restaurationsaufträge in der Region ausführte, arbeitet mit.

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