An "klösterliche Ruhe" war am Sonntag nicht zu denken zwischen den über 800 Jahre alten Mauern in Jerichow. Wo einst Prämonstratenser-Mönche ihren stillen Alltag verlebten, ertönte nun fröhliches Kinderlachen. Die Stiftung Kloster Jerichow hatte zum Kindertag eingeladen.

Jerichow l Vor einem Jahr war hier zum ersten Mal ein Kinderfest veranstaltet worden - mit großem Erfolg. Dieser hat sich nun wiederholt. Bei allerhand Spielen und Späßen vergnügten sich die Kinder im Innenhof, im Kreuzgang, in den Refektorien, im Kapitelsaal und auch draußen. Einige Mitarbeiter der Stiftung und ehrenamtliche Helfer waren nur mit Mühe zu erkennen, denn sie hatten sich in lustige Clowns verwandelt mit teils kräftig bemalten Gesichtern. Und sie bewiesen ihre vielseitigen Talente: Nicht nur fit in der Klostergeschichte, in handwerklichen Dingen oder der Sorge um den Klostergarten, können sie auch wunderbar auf die kleinen Besucher eingehen, mit ihnen lachen und toben.

Da staunte so mancher Besucher, was sich hier am Sonntag abspielte, insbesondere Gäste aus den alten Bundesländern. Eine Mitarbeiterin, die eine Gruppe geführt hatte, erzählte, dass bei ihnen "im Westen" das Fest des Kindertags am 1. Juni ganz unbekannt sei. Sie staunten und seien auch gar nicht ärgerlich gewesen, dass es bei ihrem Besuch hier etwas trubeliger als erwartet zuging.

Die verschiedenen Spiele und Angebote waren fast alle aus eigener Kraft der Mitarbeiter der Stiftung und ihrer Helfer organisiert worden. Lustige Hindernis-Parcours, gemeinsamer Tanz, Seifenblasen, Luftballons, selbstgebaute Geschicklichkeitsspiele, basteln, schminken und manches mehr bereiteten den Kindern viel Freude. Grillwürstchen, Kuchen, Waffeln und Getränke gab es zum kleinen Preis, für die Kinder vieles kostenlos, und natürlich auch Preise für die "Abarbeitung" der Spiel-Stationen.

Unterstützung gab es von Ehrenamtlichen, zum Beispiel beim Backsteinformen, sowie von Sportverein und Volkssolidarität, zum Beispiel beim Waffelnbacken und an den Stationen. Auch die Freiwillige Feuerwehr Jerichow beteiligte sich. Sie rückte mit dem großen Auto an und brachte auch Kübelspritze und Haus-Modell mit, denn die Kinder lieben das Zielspritzen und waren auch gleich zur Stelle, als das "Tatü-Tata" ertönte.

Auf der Wiese hinterm Kloster gab es sogar noch ein kleines Streichelgehege: Eine Mini-Shetlandpony-Stute mit Fohlen war von den Pächtern der Domäne hier eingekoppelt worden.

 

Bilder