Milchig ging es gestern in der Kita "Käthe Kollwitz" zu. Einmal im Jahr kommen die Landfrauen in den Kindergarten der Johanniter-Unfall-Hilfe. Immer mit einem neuen Thema, dieses Mal drehte sich alles um die Milch.

Genthin l "Und wie schmeckt euch die?" Gundula Heinrich von den Landfrauen schaut erwartungsvoll in die Kindergesichter. Das erste "Versuchskaninchen" setzt das Glas mit der frischen Milch ab. Das Gesicht schaut nicht ganz so glücklich, wie Gundula Heinrich es gerne hätte. "Bitter", kommentiert der Junge schließlich freundlich. Zweiter Versuch. Jetzt darf ein Mädchen kosten. "Bitter", kann sie nur bestätigen. Jetzt greift Erzieherin Birgit Vasen ein und kostet beherzt von der Frischmilch. "Nicht bitter, sondern süß", klärt sie die Kinder auf.

"Verstellter Geschmackssinn"

Die Szene war gestern in der Kita der Johanniter-Unfall-Hilfe "Käthe Kollwitz" zu beobachten. Gundula Heinrich vom Verband Deutscher Landfrauen war zu Besuch, um den Kindern die Milch näher zu bringen. "Die Landfrauen kommen einmal im Jahr zu uns", sagt Erzieherin Steffi Schulze. Im vergangenen Jahr ging es um Dinge aus dem Garten, nun ist die Milch dran.

"Der Geschmackssinn ist durch die industrielle Fertignahrung bei uns allen schon so verstellt, dass uns frische Produkte oft komisch vorkommen", sagt Gundula Heinrich. Der Versuch mit der frischen Milch gibt ihr recht. Der Rest ihres Programms findet bei den Kleinen dann aber viel Anklang. Die Kinder erfahren, wie man Butter herstellt. "Erst wird der Rahm von der Milch abgeschöpft und dann kräftig geschüttelt", erklärt Gundula Heinrich. Jedes Kind muss einmal ran, wie Butter sieht das Ergebnis allerdings nicht aus. Birgit Vasen muss es wieder richten. Nach kräftigen Schüttlern der Erzieherin staunen die Kinder nicht schlecht, dass aus der flüssigen Milch richtige Butter geworden ist.

"Aus bitterer Milch wird leckerer Quark"

"Wo kommt die Milch denn her?", fragt Heinrich. "Aus der Kuh", kommt es gleichzeitig aus vielen Kindermündern. Von Gundula Heinrich erfahren sie, was nach dem Melken mit der Milch passiert: "Sie kommt in den Kühltank, damit sie nicht sauer wird, dann in die Molkerei und von dort aus in den Supermarkt."

Nun ist der große Tisch dran, auf dem Heinrich allerhand Milchprodukte aufgestellt hat. "Was kann man denn aus Milch alles machen?", fragt die Schlagenthinerin. Die Kinder wissen bescheid: Butter, Käse, Sahne, Schokolade, Kakao ... "Und Erdbeerquark", ergänzt Heinrich. Und zeigt den Kindern, wie man den schnell selber machen kann (siehe Infokasten). Zum Süßen nimmt sie keinen Zucker ("Da sind ja gar keine Nährstoffe drin"), sondern Bananen und Weintrauben.

Am Ende des milchigen Vormittags fehlt nur noch das Urteil der Kinder zum Erdbeerquark.

Nach der Schlappe mit der Frischmilch schaut Gundula Heinrich eher ängstlich als erwartungsvoll in die Kindergesichter. Doch der Quark überzeugt. Das Urteil der Tester: Gar nicht bitter, sondern lecker!

 

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