Der Bau eines Radwegs zwischen Genthin und Jerichow rückt in greifbare Nähe. Lange stand er auf der Wunschliste der Genthiner und Jerichower. Das Vorhaben befindet sich in der Planung, schon im nächsten Jahr sollen Baufahrzeuge anrollen.

Von Simone Pötschke

Genthin l Der straßenbegleitende Radweg entlang der Bundesstraße 107 zwischen Genthin und Jerichow kommt. Genthins Bürgermeister Thomas Barz ging darauf jüngst bei der Zertifizierung der Touristinformation in dieser Woche ein. Von dem Radweg, das haben der Genthiner Stadtchef und sein Jerichower Kollege mehrfach betont, werden wichtige touristische, aber auch infrastrukturelle Impulse ausgehen.

Die Erwartungen, die von jeh her an den Bau dieses Radweges hingeknüpft wurden, waren auch mit dem Blick in Nachbarregionen hoch.

Bevor das Vorhaben allerdings umgesetzt werden konnte, musste es ganz oben in der Dringlichkeit des Radwegeverkehrsplans und der Bedarfspläne angekommen sein. Dieser Weg findet sich mittlerweile in der Dringlichkeitskategorie II wieder. Zum Vergleich: Der straßenbegleitende Radweg entlang der B1 von Parchen nach Genthin ist in die Dringlichkeitsstufe 1 eingestuft. Der Radweg Paplitz/Tucheim ist hingegen in der Dringlichkeitsstufe 3 eingeordnet.

Der "Bahntrassenweg", der Weg führt bekanntermaßen auf der entwidmeten Bahntrasse entlang, wird Angaben der Landesstraßenbaubehörde zufolge in zwei Abschnitten gebaut. Nach derzeitigem Stand sei geplant, einen Abschnitt 2015 und den anderen Abschnitt im darauffolgenden Jahr zu bauen. Mit welchem Abschnitt allerdings begonnen werde, könne derzeit noch nicht benannt werden, hieß es aus dem Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr. Für beide Abschnitte, Abschnitt 1 von Genthin bis Redekin, Abschnitt 2 von Redekin bis Jerichow, ist die Vermessung durchgeführt. Derzeit, hieß es, erfolge die Vorplanung.

Die Kosten für den ersten Abschnitt auf der Strecke Genthin/Redekin, seine Planung liegt in der direkten Zuständigkeit der Landesstraßenbaubehörde, liegen bei etwa einer Million Euro, für den zweiten Abschnitt von Redekin bis Jerichow werden zirka 650 000 Euro veranschlagt. Für diesen Abschnitt erfolgt die Planung durch die Stadt Jerichow. Es wurde eine Planungsvereinbarung zwischen der Stadt und der Landesbetrieb Bau abgeschlossen.

Tatjana Kutscha, Pressesprecherin des Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr, will allerdings die Erwartungen auf einen ganz zügigen Baubeginn dämpfen: "Voraussetzung für den Baubeginn sind jeweils der planmäßige Abschluss der Planungsleistungen einschließlich der Baurechtschaffung sowie die Durchführung des erforderlichen Grunderwerbes und die Bereitstellung finanzieller Mittel", teilte sie auf Anfrage der Volksstimme mit.

Gegenwärtig laufen Verhandlungen zum Erwerb der ehemaligen Bahntrasse mit dem Eigentümer. Der Abschluss eines Kaufvertrages steht allerdings noch aus.

Die Gesamtlänge des Weges beträgt 11,2 Kilometer. Die Bahnlinie Genthin-Schönhausen war 1899 gebaut worden und 100 Jahre später, nach der Wende, stillgelegt und später demontiert worden.