Alt werden wir alle. Die Frage ist, wo man sich niederlassen will. Bietet Genthin genug, damit der Nachwuchs bleibt? Und kennen junge Menschen diese Chancen? Das versucht Student Alexander Otto mit einer regionalen Studie herauszufinden.

Genthin l Zuzüge, Umzüge, Wegzüge. Damit beschäftigt sich der Magdeburger Student Alexander Otto im Rahmen seiner Bachelorarbeit.

Gesunkene Einwohnerzahl

Die Statistik macht es deutlich. In den letzten 20 Jahren ist nicht nur die Einwohnerzahl drastisch gesunken. "Das Verhältnis von Geburten und Todesfällen hat sich umgekehrt", so seine erste Schlussfolgerung aus der städtischen Auflistung. 98 Kanalstädter wurden noch 1995 geboren. Die aktuellste Zahl beläuft sich auf 42. Noch extremer sieht es bei den Todesfällen aus.

49 Genthiner sind im Jahr 1995 verstorben, dem gegenüber stehen momentan 115 Sterbefälle. Einer der Gründe, warum sich der Genthiner Otto mit der Frage der Nachwuchsförderung der Region beschäftigt. "Hier lässt es sich sehr gut forschen", sagt der Student, der die betriebspädagogische Sichtweise einnimmt.

Zwei Experteninterviews hat er geführt, um zum einen eine kommunalpolitische und eine landespolitische Sicht auf die Situation in der Region zu bekommen.

Dabei hatte er ein Fragemuster, ließ aber auch Platz für Informationen zwischen den Zeilen. Wie sieht es aus mit Förderprogrammen und Berufschancen für junge Menschen in den Betrieben? Auch ein Ansatz, der für Ottos Studienabschlussarbeit wichtig ist.

Am Ende soll eine aktuelle Problembeschreibung stehen, die aufzeigt, was in puncto Nachwuchsförderung funktioniert und wo Verbesserungsbedarf besteht. Dazu braucht es die Meinung derjenigen, die es betrifft.

"Mit einer Online-Umfrage versuche ich herauszufinden, wie den jungen Menschen in Genthin das Kultur-, Berufs- und Bildungsangebot gefällt", erzählt der Student über die Forschungs- methode.

Eine Befürchtung dabei ist, dass in der Altersgruppe der Studienanwärter die beruflichen Chancen als schlecht oder gar aussichtslos beschrieben werden könnten. Wie also steht es um Jugendförderprogramme in Genthin?

Mit Vorurteilen aufräumen

Kennen die jungen Kanalstädter diese? Nutzen sie sie auch? Das will Otto durch Nachfrage herausfinden.

Die Gegenüberstellung von Experten und Umfrageergebnissen wird zeigen, ob beispielsweise der LAP (Lokaler Aktionsplan) oder die Arbeit vom Jugend- und Zukunftsprojekt "Genthin2020" jungen Menschen ein Begriff sind.

Nicht nur problematisches will er auf diese Weise herausstellen. "Ich möchte mit dem Vorurteil aufräumen, dass in Genthin nichts für die Jugend gemacht wird."

Ein Ziel, das dafür spricht, dass Genthin vielleicht für ein paar mehr junge Menschen als Lebensort in Frage kommen könnte.