"Elbe in Flammen" – zu dieser Aktion hatten Bündnis 90/Die Grünen aufgerufen. Die Lichter sollten von Bad Schandau bis nach Hamburg leuchten. Und das taten sie. Auch in Ferchland stellen sich Menschen mit Fackeln an die Elbe. Zwei Jungs hatten dazu aufgerufen: Niklas Garbrecht und Florian Mittag. Beide sind Schüler des Bismarck-Gymnasiums in Genthin.

Genthin/Ferchland. Kalt und romantisch zugleich war es am Sonnabend um 17 Uhr an der Fähre Ferchland. Das dunkelrot der untergehenden Sonne spiegelte sich im vollgelaufenen Überflutungsgebiet. Die Wiesen sind sein Wochen zu Seen geworden. Bäume stehen im Wasser. Die Elbe hat ihr Bett verlassen, macht sich breit. Dieses malerische Bild hätte für die Aktion "Elbe in Flammen nicht" passender sein können, zeigt doch gerade in diesen Wochen der Fluss seine ganze Macht.

Am Fähranleger haben sich rund 30 Menschen versammelt. Sie haben Fackeln entzündet, sehen auf die Gewalt des Wassers. Mittendrin stehen Niklas Garbrecht und Florian Mittag. Die beiden Schüler der 5/1 des Bismarck-Gymnasiums hatten dazu aufgerufen, sich an dieser Umweltaktion zu beteiligen. "Wir haben nicht damit gerechnet, dass so viele hierher gekommen sind", strahlt Niklas und es schwingt ein bisschen Stolz in seiner Stimme mit. "Wir sind echt überrascht", so auch sein Freund Florian. "Na ja, vielleicht hätten ja doch ein paar mehr Mitschüler dabei sein können", räumt er ein. Aber trotzdem strahlen die beiden um die Wette. Dazu haben sie auch allen Grund. Im Unterricht waren die zwei auf die Aktion aufmerksam geworden, waren sofort bereit am Tag der offenen Tür des Gymnasiums die Flyer zur Aktion zu verteilen.

Ein toller Abend für zwei Schüler

Allen, die am Sonnabend zur "Elbe in Flammen" nach Ferch-land gekommen waren geht es darum dass die Elbe nicht begradigt wird, dass sie genügend Platz hat, um schadlos über die Ufer treten zu können. Mit ihren Eltern war auch Anabel Brämer dabei. "Ich wollte dabei sein, weil ich möchte, dass die Elbe so bleibt wie sie ist", sagt das elfjährige Mädchen. "Ich bin schon oft durch die Elbe geschwommen, mit der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft. Es ist einfach schön, durch einen sauberen Fluss zu schwimmen. Ich möchte, dass er weiter gesund bleibt." Auch ihre Mutter Karola ist aus diesem Grund hier. "Wir möchten einen gesunden Fluss, der nicht weiter begradigt wird und dadurch noch schneller fließt. Die Elbe braucht Platz", sagt sie.

Unter den Menschen am Fluss ist auch Harry Czeke (Die Linke), Stadtrat und Mitglied des Landtags. "Ich werde auch Elbe-Harry genannt", lacht der Politiker. "Ich bin mit dem Fluss aufgewachsen, habe mehrere Anträge eingebracht um ihn zu schützen. Ich bin strikt dagegen, dass die Elbe weiter ausgebaut wird. Der Strom gehört zu den noch naturnahen Flüssen in Deutschland. Das muss so bleiben!", fordert er.

Dieser Meinung ist auch Christian Kunz vom Bund Umwelt und Naturschutz, der dafür auch ehrenamtlich im Jerichower Land tätig ist. In seinem Statement zeigte er Gefahren auf, die der BUND sieht, wenn beispielsweise die Saale weiter ausgebaut wird und welche Auswirkungen es auf die Natur haben könnte. Die Anwesenden nickten Kunz zu, sehen die Gefahren ähnlich.

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