Alle Kräfte zusammennehmen und Durchhalten hieß es in diesem Jahr bei der Tour von 16 Jugendlichen durch die Umgebung. Zu Fuß, mit dem Kanu und mit dem Rad lernten die jungen Leute ihre Heimat auf eine besondere Weise kennen und mussten dabei Regen und Hitze trotzen.

Genthin l "Das war echt hart, härter als vor zwei Jahren", stöhnte Teilnehmer Tobias Nickel nach dem ersten Tag. Bei der 28-Kilometer-Wanderung zum Auftakt der Jugend-Rallye hat sich der 19-Jährige nicht nur die Schuhe kaputt gelaufen und musste sie mit Klebeband und Improvisationskunst wieder herrichten.

Die Teilnehmer und ihre Betreuer wurden auch von schweren Regenfällen überrascht. "Wir haben uns dann bei den Teams erkundigt, wo sie sind und ob sie weitermachen wollen", sagt Organisations-Chef Manfred Göbel. Für einen Augenblick habe die Jugend-Rallye auf der Kippe gestanden. "Das war Extrem-Rallye extrem."

Betreuerin Malika Meriem Benzane, die einem fünfköpfigen Mädels-Team vorstand, erinnert sich an den Durchhaltewillen der Gruppe: "Wir haben uns gesagt, jetzt sind wir sowieso pitschnass und können die Tour jetzt auch durchziehen." Dennoch empfanden ihre Mitstreiterinnen die Wanderung als sehr anstrengend. "Wir waren nach zehn Kilometern völlig durchnässt und haben gefroren das war unangenehmer als mit dem Fahrrad durch die Sonne zu fahren", sagt Teilnehmerin Kim Buhtz.

So extrem war es in diesem Jahr: Am Mittwoch wanderten die Jugendlichen in vier Gruppen 22 Kilometer vom Gelände des Kreissportbundes durch die Natur rings um Genthin zur Kader Schleuse und bekamen dabei die volle Wucht des Regenwetters zu spüren. Danach ging es mit dem Kanu auf dem Elbe-Havel-Kanal unter Aufsicht der Genthiner Feuerwehr, zurück nach Genthin.

Am nächsten Tag standen mehr als 80 Kilometer Fahrradtour auf dem Programm. "Dabei galt es auf Handys, Zigaretten und Alkohol zu verzichten", erläutert Bernd Neumann vom Organisationsteam. "Den Mädchen ist das leichter gefallen als den Jungs", hat er beobachtet. Überhaupt hätten sich die jungen Frauen, alle zwischen 16 und 19 Jahren alt, äußerst wacker geschlagen. "Ihnen haben auch leichte Blessuren nichts ausgemacht, da waren die Jungs oft wehleidiger", sagt Marina Wöhling vom Organisationsteam.

Trotz aller Anstrengungen hat nur ein Teilnehmer die Tour abgebrochen. "Wir wollen die Jugendlichen in anspruchsvolle Situation bringen, aber niemand muss seine Gesundheit schädigen", erklärt Manfred Göbel. Dennoch galt es, einige Strapazen auszuhalten. "Am ersten Tag taten die Beine so weh, dass man gar nicht mehr weiterlaufen konnte", beschreibt Mara Rawolle den Auftakt. Für Teilnehmer Dustin Helmecke war der Verzicht auf das Handy ein Problem: "Im Kanulager im Februar hatten wir ein Handy mit Musik dabei, da ging das Paddeln wesentlich leichter, hier war es anstrengender", fand er. Dennoch sei das Verbot für ihn sinnvoll gewesen, um die Rallye anspruchsvoll gestalten zu können.

Bei den Touren musste mit GPS-Geräten auch der Weg gesucht werden. "Wir sind dann irgendwo gelandet, wo wir gar nicht hinwollten", sagt Betreuer Sebastian Strebe, der obwohl bereits Extrem-Rallye-2012 gestählt, genau so mitgenommen war, wie seine jüngeren Mitstreiter. "Die GPS-Geräte hatten wohl eine Macke und haben nicht richtig angezeigt." Somit musste die Truppe einige Sondertouren auf sich nehmen. "Man musste zum Teil sehr lange suchen, bis man die Infos an den Zwischenstationen gefunden hat", sagt Teilnehmer Paul Pfeiffer. Mit den Hinweisen wurden die Gruppen wie bei der elektronischen Schnitzeljagd "Geocaching" zur nächsten Station weitergeleitet. Am Ende kamen aber alle trotz technischer Widrigkeiten am Kreissportbundgelände an.

Dort war über die Rallye-Tage ein Zeltlager errichtet worden, in dem übernachtet wurde. Es erstaunt nicht, dass die Meisten sich nach den anstrengenden Tagen auf eines ganz besonders freuten: "Endlich wieder ein richtiges Bett."

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