Fragen zur Ersten Hilfe bei Säuglingen und Kleinkindern beantwortete DRK-Rettungsassistent Andy Gamalski in der Krabbelgruppe im Haus der Diakonie.

Genthin l Babys und kleine Kinder entdecken ständig ihre Umwelt. Besonders im Krabbelalter kann dabei schnell etwas passieren. Ruckzuck ist ein Gegenstand im Mund verschwunden.

"Vieles kommt auf natürlichem Wege wieder zum Vorschein", beruhigte Gamalski. "In den meisten Fällen spucken Kleinkinder Dinge wie Blumenerde oder Bausteine wieder aus." Schwieriger sei es allerdings, wenn Gegenstände oder Speisereste im Hals steckenbleiben. Auf gar keinem Fall darf das Baby über Kopf gehalten und schon gar nicht dabei auf den Rücken geschlagen werden. "Sie sehen was passiert", sagte Gamalski, während er seine Ausführungen an der Babypuppe verdeutlichte. "Der Kopf wird überstreckt, eine zusätzliche Gefahr für das Kind."

Vielmehr sollte das Kind auf dem Bauch liegend flach auf den Arm eines Erwachsenen gelegt werden. "Mit der Hand wird dann fünfmal auf den Rücken in Höhe der Schulterblätter geklopft." Der Oberkörper des Kindes sollte dabei ein wenig nach unten geneigt sein, damit ein Gegenstand aus dem Rachen in den Mund fallen und ausgespuckt werden kann. Sollte beispielsweise eine Murmel festsitzen, könne diese auch durch Druck auf den Bauch quasi herausgeschleudert werden.

"Der Druck wird mit zwei Fingern oder dem Handballen auf die Mitte des Brustbeins ausgeübt." Das Kind liegt dabei auf dem Rücken. Sollte die Atmung aussetzen, sei es wichtig, mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung zu beginnen. Gamalski zeigte den Müttern und Vätern, wie sie einen so kleinen Körper beatmen müssen und wie eine Herzdruckmassage bei einem Säugling aussehen muss.

Dabei sollte mit zwei Fingerkuppen einer Hand auf die Mitte des Brustkorbs des Säuglings gedrückt werden. "Das Brustbein sollte etwa drei Zentimeter nach unten gedrückt werden." Das sollte 30 Mal wiederholt werden (Bei einer Frequenz von 100 - 120 Mal in der Minute.) Nach 30 Druckmassagen sollten zwei Atemspenden erfolgen.

"Bei Säuglingen ist das eine Wangenfüllung oder bildlich gesprochen ein Schnapsglas voll Luft, das gespendet werden sollte." Übrigens auch dann, wenn das Kind etwas verschluckt hat. "Es könnte sein, dass doch etwas Luft durchkommt", so der Rettungsassistent. Sollte man allein sein, muss zwischendurch der Rettungsdienst gerufen und die Maßnahme danach so lange fortgeführt werden, bis die Helfer eintreffen. Seine Präsentation sei eine erste Leithilfe, was zu tun ist. "Ausführlicher werden Sie in einem richtigen Erste-Hilfe-Kurs geschult", machte Gamalski deutlich. Die Gefahren im Alltag für kleine Kinder seien vielfältig. Bis zu 25 000 Vergiftungsfälle gäbe es im Jahr. "Das sind Vergiftungen durch Putzmittel, aber auch durch Zimmer- und Zierpflanzen."

Wenn so etwas passiere, sollten alte Hausmittel und Weisheiten beiseite gelassen werden. "Wenden Sie sich sofort an den Notruf", riet Gamalski. Fast jede Minute verletze sich zudem laut Statistik ein Kind im häuslichen Bereich oder in der Freizeit. "Die Hälfte davon könnte vermieden werden", machte Gamalski deutlich.

Es sei auch immer Aufgabe der Aufsichtsperson, solche Dinge so weit wie möglich zu vermeiden. Besonders im Krabbelalter der Kinder.