Schmuck wie schon der Turm erstrahlt die sanierte Nordseite der großen Karower Kirche, an der Südseite wird jetzt gearbeitet. Was vor einigen Jahren kaum jemand für möglich hielt, wird nun tatsächlich wahr. Und bereits jetzt wird begonnen zu planen, wie es im Innenraum weitergehen soll.

Karow l Die Barockkirche ist ungewöhnlich groß für ein kleines Dorf wie Karow und eben auch besonders aufwendig zu sanieren, weil sie eben aus der Zeit des Barock stammt: Um den Stuck originalgetreu wieder herzustellen, braucht es viel mehr Zeit als bei den glatten Abschnitten der Fassade. Und leider war von dem Original-Putz und Stuck kaum noch etwas vorhanden. Was nicht schon abgefallen war, musste größtenteils entfernt werden, weil es schon bröckelte.

Bei der Bauberatung diese Woche wurde jedoch zuversichtlich nach vorn geschaut: Es wird zu schaffen sein, bevor die kalte Jahreszeit die Arbeiten unmöglich macht.

Vor zweieinhalb Wochen wurde mit der Südseite begonnen. Das Gerüst wurde hierher umgesetzt, denn es wäre viel teurer geworden, die ganze Kirche auf einmal einzurüsten. Deshalb ist auf der Nordseite auch gleich gemalert worden. Die Vorgabe lieferte der bereits fertige Turm, erklärte Architektin Heidrun Fleege. Abstimmungen dazu habe es natürlich mit dem Landesdenkmalamt gegeben. Kleine Farbnuancen werden sich im Laufe der Zeit ausgleichen, ist sie zuversichtlich. Mehr aufgefallen wäre es, wenn erstmal nur ein Teil der Fassade gestrichen worden wäre. "Deshalb wollten wir das auf keinen Fall, sondern die ganze Fassade in einem Zug fertigstellen", betont Helmut Müller, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Barockkirche Karow, der beim Blick auf die bereits fertige Nordseite glücklich strahlt.

Noch aufgearbeitet werden die Türen, so wie bereits die Tür auf der Turmseite, berichtet Heidrun Fleege weiter. Auf beiden Längsseiten sind die Fenster schon drin. Auch hier stand die Aufgabe, möglichst viel von der vorhandenen Substanz zu retten. Allerdings waren anstelle der Bleifassungen teilweise bereits Holzfüllungen drin. "Die haben wir jetzt neu herstellen lassen, so dass alle Fenster wieder bleigefasst sind."

Jetzt fehlen nur noch die beiden Fenster am Giebel. "Hier denken wir, dass wir von der Substanz noch relativ viel erhalten können." Dort sollen auch zwei Lüftungsflügel eingebaut werden, damit die Kirche künftig gelegentlich in Längsrichtung durchgelüftet werden kann.

Bis Ende August soll die Nordseite fertig geputzt und gestrichen sein, danach wird die letzte Seite - die viel kürzere Ostseite in Angriff genommen.

Gearbeitet werde hier mit einem Kalkputz und einem mineralischen Anstrich, der eine sehr feste Verbindung mit dem Putz eingeht und somit auch sehr lange hält - über hundert Jahre sollen es sein. Mit dem Landesdenkmalamt sei das auch so abgestimmt.

Der Sockel wird erst zum Schluss saniert. Hier stört das Gerüst, zumal auch die oberste Bodenschicht aufgegraben werden muss, um beim Putzen und Malern einen ordentlichen Abschluss zum Fundament zu bekommen.

Um künftig das Regenwasser von der Mauer wegzuleiten, soll der Boden ringsum später etwas modelliert werden, so dass auch das Traufwasser nicht mehr direkt an die Fassade spritzt.

Für Innensanierung werden nun Kosten veranschlagt

Für die Sanierung des Innenraums wird bereits daran gearbeitet, einen Kostenvoranschlag zu erstellen, um zu wissen, wieviel Geld beschafft werden muss. Unbedingt muss die riesige Decke geputzt werden. Hier gibt es nur noch wenige Putzreste, fast überall ist nur die Holzschalung vorhanden. Auf diese muss zunächst ein Gewebe-Putzträger aufgebracht werden.

An den Innenwänden ist noch deutlich mehr alter Putz vorhanden als außen, aber vor allem im Sockelbereich ist wegen der höheren Feuchtigkeit nicht mehr viel übrig. Um hier künftig für eine bessere Belüftung zu sorgen, sollen die Bänke, die zur Zeit an die Außenwände stoßen, eingekürzt werden, so dass es hier Durchgänge gibt.

   

Bilder