Zum Schluss kriegt der Prinz seine Prinzessin, und wieder einmal sind es Tim Lach und Gina Stobbe. Alle jubeln - auf der Bühne und auch davor. "Die Prinzessin mit dem goldenen Stern" war eine gelungene Aufführung, bei der die Darsteller des Redekiner Amateurtheaters außergewöhnlich viel Szenenapplaus bekamen.

Redekin l "Es ist das Lieblingsmärchen von ganz vielen Leuten", weiß Theaterchefin Christine Graf. Denn die Geschichte ist einfach zauberhaft schön: Die hübsche Prinzessin verdingt sich, verkleidet im grauen "Mäusepelzchen", lieber als Küchenmagd, als die Frau des schwerreichen Königs Kasisvet zu werden, und betört schließlich mit ihrer Schönheit den Prinzen, der keine andere mehr will als sie. Der Ring in der Suppe löst das Rätsel um die geheimnisvolle Fremde, der böse Kasisvet wird reingelegt und hat das Nachsehen ...

Soweit die Story. Dass bei Redekiner Amateurtheater einiges sehr speziell ist, darauf wartet das Publikum schon. Schon der Auftritt von Kasisvet alias Anja Schünicke ist eine Glanznummer: Mit geschwellter Brust, selbstsicher und eingebildet stampft er/sie auf die Bühne, begleitet vom Gefolge. Die drei bestellte schönen Kleider werden dann "mit Inhalt" präsentiert: Gelächter gibt es schon, als Kleid Nummer eins im Hintergrund auftaucht - getragen von Rüdiger Kliem ...

Die nächste Lachnummer ist die Ballettprobe für den Ball des Prinzen: Da entpuppen sich zwei der "Schwanensee"-Damen als Männer (Rüdiger Kliem und Uwe Graf), und Ballettmeister Christine Graf gerät über die Talentlosigkeit ihrer Ballerinas schier in Verzweiflung - ein Hingucker!

Bei den Festgästen, die zur Brautschau des Prinzen gekommen waren, gab es wieder einige fantasievolle Namensbezüge zum Dorf, wie "König von Redekinien" (alias Friedhelm Bierhals) oder "Tochter Scharteucka" oder "Forella vom Karpfenteich" ...

Faszinieren war besonders für jene, die die Generalprobe am Donnerstag miterlebt hatten, wie toll nun alles klappte. Zwei Tage zuvor schien es noch jede Menge Defizite sowohl beim Lernen der Texte als auch bei der Gestaltung einzelner Szenen zu geben - was allerdings keinen wirklich zu stören schien. Zu Recht! Denn inzwischen sind die Mitglieder des Redekiner Amateurtheaters so erfahren und routiniert, dass sie in der Lage sind, so etwas in kurzer Zeit in den Griff zu bekommen - und auch wissen, dass sie das können.

So war bei der Probe und bei der Aufführung alles ziemlich entspannt, und auch, dass kurzfristig andere Akteure in Rollen einspringen mussten, war kein Problem. So hatte Natalie Pasemann, die gerade erst in die zweite Klassen kommt, ihren ersten Auftritt unabhängig von den "Tanzmäusen", die bereits früher bei einer Aufführung mitgewirkt hatten. Sie wurde als "Schreiber" in einer Sänfte getragen. Ute Westphal war kurzfristig beim Ballett eingesprungen, Gabi Gronwald bei der Präsentation der Kleider, und Christine Graf übernahm zwei Rollen ...

Nicht mitspielen konnte unter anderem Bärbel Schwestka, jedoch hat sie wie immer einen großen Anteil an der Gestaltung der Kulissen gehabt.

"Es hat uns allen viel Spaß gemacht", versichert Christine Graf und erinnert daran, dass dieses Märchen eigentlich schon im vergangenen Sommer zur Aufführung gebracht werden sollte. Jedoch fehlte 2013 wegen des Hochwassers die Zeit für das Einstudieren und die Vorbereitung eines neuen Märchens, weswegen auf ein "altes" zurückgegriffen worden war: "Der Wolf und die sieben Geißlein".

Wer die Aufführung am vergangenen Sonnabend im Redekiner Park verpasst hat, der hat noch eine Chance, dieses Märchen im Rahmen des "Jerichower Theatersommer" zu sehen: Am Sonntag, 14. September - übrigens auch der "Tag des offenen Denkmals" - um 16 Uhr zeigt das RAT "Die Prinzessin mit dem goldenen Stern" im Kloster Jerichow. Ein wenig anders wird natürlich alles, sein, denn die große Naturbühne für den teilweise fest installierten Kulissen steht dort nicht zur Verfügung, sondern es wird auf eine mobile Bühne zurückgegriffen. Viel Spaß haben werden die Zuschauer aber ganz sicher trotzdem.

   

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