Einen Ausflug in die Steinzeit wagten gestern Kinder im Kreismuseum Jerichower Land in Genthin am "Mitmachtag". Nach dem Ausstellungsrundgang versuchten sie sich erfolgreich beim Weben und Töpfern.

Genthin l Rein in den Klamottenladen, anprobieren und an der Kasse bezahlen - so geht modernes Anziehen.

Museumsleiterin Antonia Beran zeigt dem Sechserpack Mädchen, die sich um den mächtigen Webstuhl aus dem Jahre 1739 versammelt haben, dass Textilherstellung vor ein paar Jahrhunderten harte Arbeit bedeutete.

"Weben ist nichts für Ungeduldige."

Langsam zieht Beran Faden für Faden durch das Grundgeflecht. "Das dauert ja ewig", stellt die "Mitmachtag"-Besucherin Vanessa Voelskow erstaunt fest. Weben erfordert einiges an Fingerspitzengefühl. Das erfahren die jungen Damen gleich im Anschluss, als sie selbst einen Webrahmen bekommen, in dem mit Hilfe von bunter Wolle bespielsweise ein bunter Teppich für die Puppenstube entstehen soll. "Wer von euch keine Puppenstube mehr hat, kann ja auch sein Handy drauflegen", schlägt die Leiterin des Kreismuseums vor.

Töpfern steht im Untergeschoss auf dem Programm. Beim vorherigen Rundgang durch die Ausstellung in ihrem Steinzeitroben konnten sich die Kinder Inspiration für ihr eigenes Tonkunstwerk holen. Es entstehen kleine Schälchen, Tassen und Schlüsselanhänger, auf denen die jungen Museumsbesucher ihre Namen mit speziellem Tonschnittwerkzeug einritzen. Mitnehmen können sie ihre Arbeiten jedoch noch nicht. "Der Ton muss erst einige Zeit trocknen und dann bei 1000 Grad Celcius im Tonofen gebrannt werden", erklärt Beran. Dann wird aus der grauen Masse ein rot-brauner Gebrauchsgegenstand. Spätestens Ende September können die Stücke abgeholt werden.

Nicht nur handwerkliches Geschick, sondern auch Kraft waren in früherer Menschheitsgeschichte unentbehrlich. Wie aus Getreide Mehl gemacht wird, probieren die Ferienkinder in der Ausstellung selbst aus. Mit Geduld und abwechselndem Dreschen des Getreides kommt nach ein paar Minuten Mehl zum Vorschein

Nebenbei vermitteln die Museumsmitarbeiter spielerisch Geschichtswissen an die Sechs- bis Zwölfjährigen. Dass man nicht immer mit Geld an einer Kasse bezahlen konnte, sondern Hab und Gut untereinander tauschte, muss Beran den Schülern nicht erklären. Das wissen die modernen Steinzeitreisenden auf Anhieb.

"Museumstag bald für Erwachsene?"

Ermöglicht wurde der erste "Mitmachtag" in der Ferienzeit im Kreismuseum durch Zuwendungen des Bibliotheksfördervereins. Wir planen die nächste Veranstaltung in den Oktoberferien", verriet die Museumsleiterin. Auch für Erwachsene soll es in Zukunft mittwochs einen Museumstag geben. Dort soll weniger die handwerklich kreative Schiene im Vordergrund stehen, sondern die Beschäftigung mit geschichtlichen Themen.

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