Die Solvay-Gruppe, ein internationales Chemieunternehmen mit Hauptsitz in Brüssel, nahm gestern in Genthin offiziell eine neue Anlage für Spezialtenside in Betrieb. Unter den Gästen weilten Ministerpräsident Reiner Haseloff, Vertreter von Land und Stadt sowie Partner und Kunden des Unternehmens.

Genthin l Aufgeräumte Stimmung herrscht bei der politischer Prominenz und bei den Chefs von Solvay Novocare, als der berühmte rote Knopf für den Start der Anlage betätigt wird.

Zuvor hatte Werksleiter Thomas Gillmann vor den Gästen betont, dass Genthin ideal zur Strategie des Unternehmens passe, nahe am Kunden, insbesondere in östlicher Richtung, zu sein. Solvay sei hier mit offenen Armen empfangen worden. Das Unternehmen sei auf sehr gut qualifizierte, enorm engagierte und hilfsbereite Mitarbeiter gestoßen, blickte Gillmann auf seine bisherige Zeit in Genthin zurück. Ministerpräsident Reiner Haseloff hob besonders auf die lange Waschmittelgeschichte ab, die sich mit Genthin verbindet. Es habe besonders nach der Wiedervereinigung Phasen gegeben, die nicht einfach waren. "Damals sind aber wichtige Entscheidungen zur Fortsetzung und faktisch zur Revitalisierung dieses Standortes gefällt worden." Aber, so machte der Ministerpräsident deutlich, jede Phase der wirtschaftlichen Entwicklung sei mit Herausforderungen verbunden. Er sei froh, dass die Investitionsstruktur erhalten geblieben sei. Der Ministerpräsident verwies auch darauf, dass in der Genthiner Bevölkerung eine Akzeptanz für die Chemie und besonders auch für den Standort vorherrsche. Bürgermeister Barz sagte in seiner Rede, dass er in Solvay ein Stück Zukunft begrüßen wolle. Die investierende Solvay -Geschäftseinheit Novecare betreibt 37 Produktions- und sieben Forschungsstandorte, davon jetzt erstmals mit Genthin auch einen in Deutschland. Dass die Wahl auf Genthin für die neue Anlage gefallen sei, sei der strategischen Lage der Stadt, dem Vorhandensein qualifizierter Arbeitskräfte und einer reichen Infrastruktur zu verdanken, sagte Emmanuel Butstraen von der Leitung Global Business Unit Novecare. Die Investition in Genthin verdeutliche die Entschlossenheit des Unternehmens, seine Führungsposition als Hersteller von Spezialtensiden in Europa auszubauen und seine hiesigen Kunden bei ihrem Wachstum zu unterstützen.

Der Standort im Industriepark Genthin ermöglicht Angaben des Unternehmens zufolge eine enge Zusammenarbeit mit Kunden in Deutschland und Zentral-Europa. Er versorgt Märkte für Reinigungs-, Pflege- und Hygieneartikel, Pflanzenschutzmittel sowie Erdöl- und Erdgasindustrie. Das 1863 in Belgien gegründete Unternehmen besitzt in Sachsen-Anhalt einen weiteren Standort. In Bernburg wird von Solvay Soda produziert. Die deutschen Solvay Gesellschaften erzielten im vergangenen Jahr rund 1,1 Milliarden Euro im In- und Ausland. An zehn Standorten in Deutschland arbeiten rund 3000 Beschäftigte.

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