Schön und mächtig anstrengend war für Anika Tusch und Lukas Osterburg die Teilnahme am nunmehr 10. Sportfest für Sportler mit Down-Syndrom in der Magdeburger Hermann-Giese-Halle.

Von Bettina Schütze

Tucheim/Hohenseeden/Magdeburg (bsc) l "Für unsere Kinder ist es wichtig, ihnen das Gefühl zu geben, dass sie nicht abseits stehen. Auch sie brauchen Höhepunkte in ihrem Alltag", erklärt Sylvia Osterburg, Mutter des 13-jährigen Lukas, warum die Teilnahme am Sportfest für ihren Sohn von großer Bedeutung ist.

Eigentlich habe es Lukas nicht so mit dem Sport und er sich somit auch nicht an den sportlichen Vergleichen beteiligt. Doch das Sportfest sei in ein großes Rahmenprogramm eingebettet gewesen, dessen Angebote auch ihn neugierig nach Magdeburg gezogen haben, erzählt Sylvia Osterburg. Den Teilnehmern aus der Region, neben Lukas Osterburg war auch Anika Tusch aus Hohenseeden dabei, ließen sich besonders von den Workshops begeistern. Anika Tusch beteiligte sich am Tanz-Workshop, Lukas hatte es ein Workshop für Trommeln angetan.

"Ich persönlich fand es sehr schön, dass die Kinder zu guter Letzt vor großem Publikum einen Auftritt hatten und trommeln durften", erzählt die Tucheimerin. Begeistert sei Lukas auch von den Vorführungen eines Judoklubs gewesen. Der 13-Jährige durfte Judobekleidung anziehen und wurde von den Sportlern in einigen Handgriffen unterwiesen.

Das Streicheln von Alpakas und von Therapiehunden des Arbeiter-Samariter-Bundes habe Lukas einfach "toll gefunden". Für Eltern sei ein Infostand der Lebenshilfe mit Fachliteratur über Down-Kinder sehr ansprechend gewesen.

Leider, bedauert Osterburg, sei bei diesem Sportfest aber auch zu spüren gewesen, "dass ein langjähriger großer Sponsor abgesprungen ist. Einiges lief nicht mehr so wie in den Vorjahren".

Organisiert wird das Sportfest vom Stadt-Sportbund Magdeburg. Kinder und Jugendliche konnten sich im Rundenlauf, Weitsprung, Kegeln und Minigolf messen.

Angefangen hat alles 2003 in Frankfurt am Main mit 75 Sportlern und 250 Zuschauern. 2005 kam als zweiter Austragungsort Magdeburg hinzu. Heute nehmen an beiden Festen mehr als 800 Sportler und 3500 Zuschauer teil. Die Teilnehmer sind zwischen vier und 55 Jahren alt. 400 ehrenamtliche Helfer betreuen die Teilnehmer während der beiden Festivals.

Neben Sportlichkeit sind aber auch Kreativität und künstlerisches Talent gefragt. Down-Syndrom ist ein Gendefekt, bei dem das 21. Chromosom dreifach vorhanden ist. Die betroffenen Kinder entwickeln sich langsamer als ihre Altersgenossen. Alle Menschen mit Down-Syndrom sind lebensfroh und voller positiver Energie.