Jerichow l Der "Bürgerstammtisch" in Jerichow gehört längst zu den fest etablierten Terminen in der größten Ortschaft der Einheitsgemeinde. "Die Bürger fragen immer: Wann sehen wir uns das nächste Mal", erinnerte Ortsbürgermeister Andreas Dertz daran, warum diese Zusammenkunft immer wieder stattfindet. "Ich weiß natürlich, dass ihr ja auch immer Sorgen habt, die ihr loswerden wollt", fügte er am Mittwochabend in der recht zahlreichen Runde an, die sich in der Gaststätte Lucke zusammengefunden hatte.

Zunächst jedoch informierten er und Harald Bothe, Bürgermeister der Einheitsgemeinde, über Aktuelles, zum Beispiel: "Einigen wird aufgefallen sein, dass es in einigen Straßen heller geworden ist!" Die schrittweise Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik habe begonnen. "Wir wissen noch nicht, ab welchem Jahr es sich rechnet, aber es ist eine nachhaltige Maßnahme. Künftig werden wir Kosten sparen."

Teil des Berichts waren auch die jüngsten Maßnahmen zum Hochwasserschutz: die jetzt fertig gestellte Maßnahme zur Alten Elbe hin und auch die Deichsanierung bei Klietznick. Dertz betonte noch einmal, dass auf der befestigten Deichkrone überall das Radfahren erlaubt ist - auch, wenn teilweise noch alte Sperrschilder dort stehen.

Zu Maßnahmen nach dem Hochwasser gehören des weiteren die Baumpflanzung Steinitz-Kabelitz sowie am Burgberg, berichtete Andreas Dertz weiter. Dazu gehöre auch der Neubau der Sandfurtbrücke, der allerdings erst im nächsten Jahr erfolgen könne. Weiterhin sei die Sanierung der Deichüberfahrt zur Alten Elbe hin solch eine Maßnahme. Dafür sei der Auftrag schon erteilt, informierte Bothe.

Graben-Durchlässe zwischen Großmangelsdorf und Redekin gehören ebenfalls zu diesen Hochwasser-Maßnahmen, die Sanierung des Weges Mangelsdorf-Kabelitz soll jetzt beginnen. Anstelle von Asphalt sollen dort Betonspurbahnen hinkommen. Allerdings wird dieser Weg zunächst nur bis zur Gemarkungsgrenze Jerichow, also bis einschließlich des Durchlasses "Trübengraben", gebaut, fügte Bothe an, denn die Fischbecker seien noch nicht soweit.

Nächstes Thema war der straßenbegleitende Radweg Richtung Genthin. Zum Glück falle dieser noch nicht unter die angekündigten Sparmaßnahmen des Finanzministers, sagte Harald Bothe. "Unsere Planung bis Redekin ist schon abgeschlossen", informierte Dertz. Die Stadt Jerichow hatte im Auftrag des Landes die Planung übernommen, und inzwischen sei per Mail auch die Vereinbarung mit dem Land eingegangen, so dass die Stadt dafür arbeiten könne, erklärte Bothe. "Unser Ziel ist, spätestens im Januar auszuschreiben." Der Abschnitt Redekin-Genthin erfolge in Eigenregie des Landes, solle aber auch recht bald gebaut werden.

Nachfragen kamen zur Wegeführung innerhalb von Redekin und Jerichow: In Redekin gehe der Weg vorn am Holzwerk vorbei, dann aber nicht parallel zur Hauptstraße. "Das wollten wir nicht, weil es viel zu eng ist." Dehalb schwenke der Weg ab Richtung Bahntrasse und werde in der Ortslage auf dieser entlang führen. Nachteil: Diesen Abschnitt müsse künftig die Stadt unterhalten - einschließlich Winterdienst, weil das Land nur für straßenbegleitende Radwege die Zuständigkeit übernehme.

Vor Jerichow werde der Weg die Bahntrasse verlassen, wo diese von der Straße abschwenkt, und neben der Straße weiterführen bis zur Einmündung der Straße "Am Friedhof". Hier solle auf der Bundesstraße 107 eine Querungshilfe, sprich Verkehrsinsel, gebaut werden, um den Radweg Richtung Klietznick anzubinden. Diese sei zugleich eine "Tempo-Bremse" für den Verkehr auf der 107.

Noch zahlreiche weitere Themen wurden an diesem Abend angesprochen, und auch von den Bürgern kamen nachfragen und Hinweise - dazu in den nächsten Tagen mehr.

Andreas Dertz wies noch darauf hin, dass derzeit der Veranstaltungskalender der Stadt für 2015 erarbeitet werde. Termine sollten also schnellstens mitgeteilt werden.