Parchen l Die gesperrte Brücke in der Parchener Parkstraße sorgt für Wut im Dorf. Das wurde auch auf der Sitzung des Ortschaftsrates am Montagabend deutlich. Zu dieser waren nicht nur die Räte, sondern auch etliche Einwohner gekommen. "Es kann doch nicht sein, dass die Brücke von jetzt auf gleich gesperrt wurde", sagte zum Beispiel Klaus Baier.

Rückblick: Am 9. Oktober wurde die Brücke über den Parchener Bach in der Parkstraße von Mitarbeitern der Stadtverwaltung gesperrt. Bis dahin war sie für Fahrradfahrer und Fußgänger freigegeben. Bereits vor zehn Jahren war sie für Autos gesperrt worden.

Hätte man sie nicht sanieren können? Diese Frage stellten gleich mehrere Parchener in den Raum.

Genthins Bürgermeister Thomas Barz (parteilos) verwies auf Versäumnisse in der Vergangenheit. "Brücken werden jährlich überprüft, diese hatte schon immer schlechte Noten." Nicht umsonst sei sie vor zehn Jahren für Autos gesperrt worden. Für die Stadtverwaltung habe es nun keine Alternative zur Sperrung gegeben. Der Gutachter hätte die Brücke als "einsturzgefährdet" bezeichnet. Barz: "Wir mussten handeln." Zwar merkte er an, dass man nicht in die Vergangenheit, sondern in die Zukunft schauen solle, ohne Kritik an seinem Vorgänger kam er aber nicht aus: "Hier wurde zehn Jahre lang geschlafen", sagte Barz und spielte auf die verpasste Chance zur Reparatur der Brücke an.

Spätestens im Februar 2015 wolle man im Ortschaftsrat einen Lösungsvorschlag für das Problem vorstellen. Dieser müsse dann aber erst im Stadtrat genehmigt werden, weil dieser die Etathoheit hat und alle Investitionen der Stadt bewilligen muss.

Die Parchenerin Petra Wolf machte deutlich, dass die Brücke für Fußgänger und Radfahrer im Dorf unverzichtbar sei. "Wir fahren jetzt mit den Kindern auf dem Fußweg an der B1 zum Kindergarten, das ist gefährlich." Herrmann Meyer (CDU), Mitglied des Ortschaftsrates, ergänzte: "Was soll das erst im Winter werden. Wenn Schnee fällt, ist es auf dem Weg auch noch glatt." Auch der Zustand der anderen Brücke an der B1 wurde kritisiert. "Die Absätze sind eine Gefahrenquelle. Mit Kinderwagen oder Rollator wird es auf dieser Brücke schwierig", sagte Parchens Ortsbürgermeister Dr. Hubert Schwandt (Feuerwehr Parchen).

Hier sicherte Thomas Barz zu, dass "die Schäden vor dem Winter weitestgehend behoben werden". Auf Volksstimme-Nachfrage gestern wurde er noch konkreter: "Die Sanierung des Weges ist für nächste Woche geplant."

Der Parchener Klaus Baier brachte noch eine weitere Brücke in die Diskussion ein. "Auch die Brücke, die über das Wehr führt, wurde gesperrt." Baier hat eine Ausnahmegenehmigung, da er mit seinem Postfahrrad über die Brücke muss, um die Zeitung auszutragen. "Dort ist es stockdunkel und im Winter wird es auch noch glatt." Hubert Schwandt stimmte zu und sagte: "Wir brauchen dort einen Winterdienst, es muss geräumt werden." Außerdem schlug er vor, Bewegungsmelder anzubringen, die die Brücke bei Bedarf beleuchten würden. Thomas Barz sagte dazu: "Wir prüfen das gerne." Er verwies aber auf klamme Kassen und die Haushaltssperre und wollte deshalb keine festen Zusagen machen.

Ortsbürgermeister Schwandt räumte eine Mitschuld des Ortschaftsrates an der Sperrung der Brücke in der Parkstraße ein. "Wir haben ihren schlechten Zustand lange nicht ernst genommen und deshalb nichts unternommen."

 

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