Genthin (mfe) l Die Sportvereine werden zukünftig an den Betriebskosten für Sporthallen und Plätze beteiligt. Diesen Beschluss fasste der Stadtrat am Donnerstag mehrheitlich und setzte damit eine Vorgabe aus dem Haushaltskonsolidierungskonzept um.

Vor der Abstimmung hatte sich Klaus Voth (CDU) zu Wort gemeldet und kritisiert, dass die Vereine unterschiedlich stark herangezogen werden. Voth nannte als Beispiel die Sportplätze in Parchen und Tucheim. Während die Parchener mit 14,36 Euro pro Betriebsstunde zur Kasse gebeten werden, seien es in Tucheim nur 91 Cent. "Diese Differenz gibt zu denken", machte Voth deutlich. Die Belastung für die Parchener sei immens. Er rechnete vor, dass bei 200 Betriebsstunden im Jahr Kosten von mehr als 2800 Euro zusammenkämen. "Ich befürchte, dass auf den Dörfern am Ende kein Sportverein mehr da ist, der Sport treiben könnte.

Bürgermeister Thomas Barz (parteilos) erläuterte, wie die Beträge zustande kommen. "Auf dem Sportplatz Tucheim macht der Verein viel selber, in Parchen werden die Gemeindearbeiter eingesetzt." Wenn der städtische Mitarbeiter auf dem Sportplatz den Rasen mähe, seien dort auch die Personalkosten höher. In der Judohalle komme die Reinigungsfirma, um die Matten zu reinigen, auch das koste Geld. "Wir gehen davon aus, dass bei einem gesunden Kostenbewusstsein seitens der Vereine auch die tatsächlichen Gebühren deutlich geringer sein werden." Dabei hofft die Stadt, dass die Vereine beispielsweise effizient mit Strom, Heizung und WasserSumgehen und weniger Kosten anfallen. Eine schlechte Nachricht hatte der Bürgermeister für die Paplitzer: "Sie haben ein Dorfgemeinschaftshaus, auch da werden wir die Vereine an den Kosten beteiligen müssen." Das sei ein Gebot der Fairness gegenüber den anderen vereinen. Der Bürgermeister räumte allerdings auch ein: "Die Mischkalkulation, wie wir sie bei den Friedhöfen vorgenommen haben, funktioniert hier nicht." Die Sportstätten seien in einem zu unterschiedlichen Zustand.

"Wir möchten mit den Vereinen im Gespräch bleiben und sehen, wo sich Gebühren senken lassen." Dieses Angebot an die Vereinsvertreter trug bereits Früchte. Nach der Stadtratsitzung hätten bereits drei Vereine Vorschläge unterbreitet. "Wir werden über die Winterpause wieder diskutieren, ich bin zuversichtlich, dass sich für die Vereine eine finanziell tragbare Lösung findet." Von den Gebühren befreit sind zudem Kinder und Jugendliche aus den Vereinen, der Schulsport und Veranstaltungen der freien Jugendhilfe oder von Kindereinrichtungen in Trägerschaft der Stadt Genthin.