Genthin l Neben der Missbilligung von Lutz Nitz (Die Grünen) gab es in der Sitzung des Stadtrates auch einen Rüffel für Horst Leiste (SPD). Der ehemalige Landrat und Vorsitzende des Kreissportbundes Lothar Finzelberg beschwerte sich über Leistes Aussagen im General Anzeiger.

Rückblick: Am 14. November erschien in der Volksstimme ein Artikel über Sportstätten. In diesem hatte sich Kreissportbund-Geschäftsführer Bernd Mittelstädt kritisch zum Zustand der Genthiner Hallen und Plätze geäußert, da viele über Jahre nicht saniert worden seien. Daraufhin hatte der General Anzeiger am 19. November einen Leserbrief von Horst Leiste veröffentlicht, in dem dieser sich gegen die Äußerungen Mittelstädts wehrt. Leiste fragt im Leserbrief unter anderem "ob dieser Mann nicht fehl am Platz ist?" und nennt Mittelstädts Äußerungen "bedauerlich und verwerflich". Lothar Finzelberg sagte dazu: "Ich bin entrüstet über die unsachlichen Ausführungen des Stadtrates Leiste." Finzelberg betonte, dass er in Bezug auf die Genthiner Sportstätten der gleichen Meinung sei wie Mittelstädt. "In keiner anderen Stadt oder Gemeinde unseres Landkreises gibt es diese Häufung von nicht sanierten Sporthallen."

Finzelberg kritisierte harsch die "öffentliche Diffamierung" Mittelstädts durch Horst Leiste. Durch dieses "ungebührliche Verhalten" hätte Leiste "das Ansehen des Genthiner Stadtrates beschädigt." Finzelberg erbat von Leiste eine öffentliche Entschuldigung und sagte: "Ich erwarte, dass der Stadtrat meine Beschwerde mitträgt."

Leiste zeigte sich "erschüttert" über die Kritik. "In einem Rechtsstaat darf ich meine Meinung äußern", sagte Leiste. Und: "Diffamiert habe ich niemanden." Er verwies darauf, dass er Genthins Nachholbedarf in der sportlichen Infrastruktur durchaus anerkenne und in seinem Leserbrief lediglich ein Gegenbeispiel in Form der Sport- und Schwimmhalle gebracht habe. Dort seien nämlich über 2,1 Millionen Euro investiert worden. "Ich habe Leistungen des Stadtrates und der Verwaltung aufgezeigt und keinesfalls deren Ansehen beschädigt."

Leiste sieht seinen Ruf durch Finzelbergs Beschwerde beschädigt und schließt eine Entschuldigung aus. "Die kommt nicht über meine Lippen", sagt der 78-Jährige und verweist auf die Pressefreiheit. Für Leistes Ausführungen gab es von den Ratsmitgliedern spontan Applaus. Die Beschwerde Finzelbergs wird nun in den Fraktionen besprochen. Wenn diese sich dazu positioniert haben, wird dies auch der Stadtrat tun.

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