Mit einem Festempfang wurde gestern der zehnte "Geburtstag" der Johanniter-Kita "Sonnenschlößchen" in Parey gefeiert. Am 29. November 2004 zogen Kinder und Erzieherinnen aus der alten Kita im "Lustgarten" in das modernisierte und erweitere Haus, das auf dem Gelände es ehemaligen Schlosses steht. Am 4. Dezember wurde Einweihung gefeiert.

Parey l Kita-Leiterin Renate Blanke blickte auf den Tag des Einzugs und die Entwicklung seit damals zurück und beschrieb die hohen Ansprüche an die Betreuung und Erziehung der Kinder in der Kita. Sie dankte allen, die "ein Herz für Kinder" gezeigt und das Team der Kita in verschiedenster Weise unterstützt haben.

Bevor es weitere Reden gab und die vielen Gäste gratulierten, waren erstmal die Kinder selbst an der Reihe: Nacheinander hatte jede Gruppe einen kleinen Auftritt, angefangen von den Kleinsten. So konnten die Gäste verfolgen, wie toll sich die Kinder in den Jahren, in denen sie die Kita besuchen, entwickeln. In der größten Gruppe präsentierten sich bereits selbstbewusste kleine Persönlichkeiten, wobei vier Mädchen mit einer Tanz- und Gesangseinlage, die über das Kindergartenrepertoire weit hinaus ging, beeindruckten.

Nach dem Empfang lud Renate Blanke die Gäste ein, nun ihrerseits die Kinder in ihren Gruppenräumen zu besuchen. "Lassen Sie sich einfach in ihre Kindheit zurückversetzen und schauen Sie, was unsere Kinder hier für Möglichkeiten haben!" In der Kinderwerkstatt war zudem eine Ausstellung aufgebaut worden mit regelrechten Kunstwerken, die die Kinder mit Unterstützung von Vatis selbst gebaut haben.

"Damals konnte niemand wissen, wie es zehn Jahre später in der Gemeinde aussieht und ob es uns überhaupt noch gibt oder ob wir dann nicht zu wenig Kinder haben, wie es uns immer vorausgesagt wurde", sagte Bürgermeisterin Jutta Mannewitz. Der Neubau der Kita "Sonnenschlößchen" kostete damals 1,9 Millionen Euro, die Gemeinde hat einen Eigenanteil von 889 000 Euro aufgebracht. Alle Ortschaften der Einheitsgemeinde haben das mitgetragen, betonte Jutta Mannewitz. Und einige Jahre später gelang so auch der Kita-Neubau in Güsen.

Die Bürgermeisterin unterstrich auch, wie wichtig ausreichend Personal in der Kita ist, um die Kinder in ihrer Entwicklung zu begleiten. Das dürfe nicht am Geld scheitern. Und auch Dr. Martina von Witten, Regionalvorstand der Johanniter-Unfallhilfe, ging auf das Thema Personal, insbesondere die aktuelle Personalknappheit, ein. "Die ganze Situation kommt durch das KiFög in Sachsen-Anhalt", erklärte sie. "Da werden Betreuungsschlüssel festgelegt, wobei es keinen Ersatz gibt, wenn Erzieherinnen bis zu sechs Wochen krank sind, im Urlaub sind oder bei Fortbildungen."

Martina von Witten sagte ebenfalls allen Dank, die die Kita mit ihrer Hilfe oder Spenden unterstützen. Einen symbolischen Scheck brachte sie auch mit: 200 Euro bekommen Kitas vom Träger, der Johanniter-Unfallhilfe, zu Jubiläen extra, die nicht mit im "normalen" Haushalt sind. Und zu diesen 200 Euro kamen später noch etliche Euro und Geschenke dazu, denn die Gratulanten kamen nicht mit leeren Händen.

Ortsbürgermeisterin Nicole Golz verzichtete auf einen Teil ihrer vorbereiteten Rede, weil sie zum Thema "Betreuungsschlüssel" ähnliches sagen wollte. Sie würdigte die tolle Kita, in der sich die Kinder entfalten können und die Erzieherinnen sich mit aller Kraft einbringen. Sie wünschte ihnen, dass sie auch künftig diese Kraft aufbringen werden, auch wenn das angesichts der Gesetzeslage nicht immer ganz leicht ist. Und sie wünsche sich, sagte sie weiter, dass die Zusammenarbeit zwischen Eltern, Elternvertretern, dem Träger und der Kommune mit dem Mitarbeitern und Kindern als Erziehungspartnerschaft gesehen wird.

Für Renate Blanke und ihr Team sieht der Blick auf die nähere Zukunft schon wieder ein bisschen besser aus, verriet sie: Es habe Gespräche mit dem Träger, der Johanniter-Unfallhilfe, gegeben, "und wenn das klappt, was uns in Aussicht gestellt wurde, dann sind wir sehr zufrieden".

 

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