Um sich bei Einsätzen zu schützen, tragen Feuerwehrleute eine spezielle Atemschutzausrüstung. Die wiegt etwa 30 Kilogramm. Der Atemschutzeinsatz ist Schwerpunktthema bei Weiterbildungen der Genthiner Feuerwehrleute.

Genthin (khu/asm) l Giftige Rauchgase sind das Hauptpro- blem, wenn in Gebäuden Brände gelöscht werden müssen. Um sich davor zu schützen, tragen die Feuerwehrleute eine spezielle Atemschutzausrüstung. Sie besteht aus einem mit unter 300 bar Druck mit 1800 Liter Atemluft gefüllten Pressluftatemgerät und einer Atemschutzmaske. Alles zusammen wiegt etwa 30 Kilogramm.

Der Umgang mit dieser Ausrüstung muss geübt werden. "Seit 2009 führen die Genthiner Ortsfeuerwehren regelmäßig gemeinsame Ausbildungsmaßnahmen durch. Ein Schwerpunktthema war dabei von Beginn an der Atemschutzeinsatz", sagt Genthins Stadtwehrleiter Achim Schmechtig.

Wer für das Tragen dieser Ausrüstung ausgebildet ist, wird als Atemschutzgeräteträger bezeichnet. Schmechtig: "Wir führen mehrere Komplexausbildungen jeweils an einem Sonnabend zu diesem Thema durch."

"Die Feuerwehrleute müssen sich in völlig verdunkelten Räumen bewegen"

Eine solche Komplexübung fand kürzlich in der Genthiner Feuerwache statt. Zehn Einsatzkräfte aus den Ortswehren Genthin, Mützel Parchen und Schopsdorf nahmen teil. Einzige Frau war Vanessa Raschke.

Zwei Stationen galt es zu bewältigen. So wurde in einer leerstehenden Wohnung ein Brand simuliert. Achim Schmechtig erklärt, wofür das gut ist: "Das Vordringen in die völlig verdunkelten Räume wird trainiert. Auch das überlegte Handeln bei einem Atemschutznotfall muss geübt werden."

Bei dieser Übung musste ein handlungsunfähiger Atemschutzgeräteträger aus der brennenden Wohnung gerettet werden. Die Feuerwehrleute meisterten die Übung bravourös. "Nachdem der Kamerad gerettet war, ging es mit der zweiten Übung weiter", sagt Achim Schmechtig.

Für diese war in der Fahrzeughalle auf einer Fläche von 275 Quadratmetern eine Aufgabe zu bewältigen, die es laut Schmechtig "in sich hatte". Hauptanliegen sei es gewesen, die Einsatzkräfte fit für Stresssituationen zu machen.

Die Sichtscheiben der Atemschutzmasken wurden abgeklebt, was für die Feuerwehrleute "Nullsicht" bedeutete. Nun mussten sich die jeweils paarweise in einem Trupp arbeitenden Feuerwehrleute zumeist kriechend entlang einer verlegten Schlauchleitung bewegen.

Dabei standen sechs Hindernisse im Weg.

Zum Beispiel ein Kriechkäfig, der mit einem Geflecht aus Holzstäben und Leinenenden versehen war. Schmechtig: "Dabei war Umsicht und Fingerspitzengefühl gefordert, um sich zu befreien."

Um die Übung so wirklichkeitsnah wie möglich wirken zu lassen, wurden reale Hintergrundtöne eingespielt. Kinderschreie, das Knistern von brennendem Stoff, das Zerbersten von Glasscheiben und das Einstürzen von Gebäudeteilen zum Beispiel.

"Auch die zweite Übung meisterten die Feuerwehrleute", sagt Schmechtig. "Mit Hilfe von Teamwork, klarer Kommunikation und weil sie sich aufeinander verlassen können."

Eine weitere Ausbildung dieser Art ist für das Frühjahr 2015 geplant.