Parchen (khu) l Das Parchener Osterfeuer findet im nächsten Jahr nicht an der Alten Burg, sondern an der Klapperhalle statt. Eine Entscheidung, die viele Kritiker auf den Plan ruft (Volksstimme berichtete). Aber es gibt auch erfreute Stimmen: Die von Dieter Genrich aus Parchen zum Beispiel: "Ich begrüße die Entscheidung. Besonders den älteren Leuten im Ort kommt es entgegen." Genrich selbst leidet unter einem Bandscheibenvorfall. "Ich bin immer zur Alten Burg gewandert, aber in den letzten Jahren ging es einfach nicht mehr." Wenn die Veranstaltung ins Dorfzentrum rückt, wird auch Dieter Genrich wieder dabei sein können. Seine Ehefrau Rosel Genrich sagt: "Ich finde es an der Klapperhalle auch gemütlicher. Dort kann man sich aufwärmen, wenn man durchgefroren ist. Außerdem gibt es Toiletten."

Der neue Burgbesitzer Karl Hoppe sagte gestern am Volksstimme-Telefon erneut: "Ich finde es schade, dass eine jahrzehntelange Tradition einfach so über den Haufen geworfen wird." Hoppe betonte, dass von seiner Seite keine Bedenken bestanden hätten. Die 27 Tonnen Müll, von denen Thomas Barz spricht, relativiert er. "Da war natürlich eine Menge Erdaushub dabei. Ich bin dankbar, dass die Stadt die Feuerstelle in diesem Jahr so gründlich beräumt hat." So hohe Kosten (Barz sprach im Parchener Ortschaftsrat von 4500 Euro) würden bei den nächsten Osterfeuern nicht anfallen, wenn man dafür sorgen würde, dass nur naturbelassenes Holz verbrannt wird. Hoppe: "Dann fielen eigentlich gar keine Kosten für die Stadt an."

Laut Volksstimme-Informationen hat es keine Verhandlungen zwischen Ortsbürgermeister Dr. Hubert Schwandt oder Genthins Bürgermeister Thomas Barz und dem Burgbesitzer Karl Hoppe über eine Weiterführung der Veranstaltung an der Alten Burg gegeben.

"Schade um die Tradition", sagt auch Kurt Sauerhering. Der 81-jährige Parchener hat schon als Kind an der Alten Burg Eier getrudelt und ist immer gern dorthin zum Osterfeuer gegangen. Das Argument, dass gerade ältere Leute die Klapperhalle besser erreichen können, zählt für ihn nicht: "Ich laufe auch nicht zur Alten Burg, aber man kommt ja gut mit dem Auto dorthin." Dass dort 27 Tonnen Müll abgefahren wurden, bezweifelt er. "Wie die zusammengekommen sein sollen, ist mir schleierhaft." Die Entwicklungen in Parchen gefallen ihm allgemein nicht. "Viele Veränderungen hat es gegeben, seitdem Herr Schwandt oder auch Herr Barz im Amt sind. Der Friedhof wird teurer, der Grünschnittplatz muss verlegt werden. Unser Feuer muss umziehen. Vorher hat das doch auch alles gut funktioniert", sagt Sauerhering.