Die Diskussion um die Genthiner Sportstätten geht weiter. Neben dem Sorgenkind Uhland-Halle rückt nun eine weitere Problem-Räumlichkeit in den Fokus: Die Halle, in der die Genthiner Judosportler trainieren.

Genthin l Nachdem sich auf der Sitzung des Stadtrates die Genthiner Volley- und Fußballer Gehör verschafft hatten (Volksstimme berichtete), meldete sich auch Ines Ernst-Schiller zu Wort. Die Vorsitzende des Genthiner Judoclubs wies darauf hin, dass in ihrem Verein "etliche Kinder bewegt werden". Ein Umstand, der auch dringend nötig sei, da die Kinder im Schulsport nicht einmal mehr eine richtige Rolle vorwärts lernen würden. "Nach den öffentlichen Diskussionen um unsere Halle haben wir Angst, sie zu verlieren." Die Ungewissheit bringe Unruhe in den Verein. "Wir möchten einfach wissen, wie es für uns weitergeht."

Genthins Bürgermei- ster Thomas Barz hatte schon beim Zusammentreffen mit den Vertretern der Sportvereine Anfang November darauf hingewiesen, dass er um den sehr schlechten Zustand der Judohalle wisse. Damals sagte er, dass hier jahrzehntelang nichts passiert sei und die Stadt aufgrund ihrer schlechten finanziellen Lage nun nicht in der Lage sei, in diese Halle zu investieren. Ines Ernst Schiller hatte vorher darauf hingewiesen, dass es in der Halle "stinkt und an etlichen Stellen auch schimmelt". Barz hatte angeboten, dass die Judosportler in eine andere städtische Halle ausweichen können.

Wo sie nun aber hinsollen, ist unklar. Denn auch die Vereine, die bislang in der Uhland-Halle trainieren, sollen - wenn möglich - auf andere Hallen aufgeteilt werden. So soll abgesichert werden, dass keine Trainingsstunden entfallen, falls die Uhland-Halle im nächsten Jahr geschlossen werden muss (Volksstimme berichtete).

Zurück zur Judohalle: Die Vereinsmitglieder bräuchten laut Ernst-Schiller eine Halle für sich allein. "Wir müssen auf jeden Fall unsere Matten liegen lassen können." Einen Abbau nach den Trainingseinheiten schließt die Vereins- chefin aus. "Unsere jüngsten Mitglieder sind drei Jahre alt. Die können Matten weder auf- noch abbauen."

Ines Ernst-Schiller sagte vor den Mitgliedern des Stadtrates außerdem: "Wir haben jedes Jahr um Hilfe gebeten, passiert ist nichts." Nun hätte man im Verein Angst, dass die Halle geschlossen wird, ohne dass eine Alternative gefunden ist. "Wir sind nicht glücklich mit unserer Halle. Aber sie ist besser als gar keine Halle."

Thomas Barz sagte auf Volksstimme-Nachfrage zum Judohallen-Problem: "Wir prüfen im Moment Möglichkeiten, wo die Sportler unterkommen können." Drei alternative Räumlichkeiten seien im Gespräch. Barz weiter: "Den Hinweis mit den Matten, die liegen bleiben sollen, nehmen wir ernst. Wir sind auf der Suche nach einer Halle, wo das möglich sein wird."

 

Bilder