96 Starter aus dem Jerichower Land erlebten am Vormittag des 31. Dezembers den traditionellen Genthiner Silvesterlauf, zum ersten Mal ausgerichtet vom neugegründeten Genthiner Lauf- und Triathlonverein um seinen Vorsitzenden Siegfried Hünecke.

Genthin l Ideale Wetterbedingungen für einen Laufwettbewerb sehen anders aus. Von oben kam ein feuchtes Gemisch. Der Schneeregen hatte für Glätte auf dem 1,3 Kilometer langen Rundkurs im Volkspark gesorgt. "Ich hatte heute morgen schon ein bisschen Bauchschmerzen", sagte Siegfried Hünecke, als die 96 Läufer sicher im Ziel waren. Hünecke ist Vorsitzender des Genthiner Lauf- und Triathlonvereins, eine ehemalige Abteilung des Radsportclubs. 2014 hat sich daraus ein eigener Verein gegründet. An den Vorbereitungen für den Silvesterlauf hat das nicht viel geändert: Die Strecke wurde gestreut und abgesperrt. Trotz Baustelle am Kanal konnte auch dort entlang gelaufen werden. Und da nach der Arbeit das Vergnügen kommt, reichte Siegfried Hünecke den Kindern Tee und Medaillen. Die Erwachsenen bekamen von Sabine Cornelius Glühwein und Tee. Wichtigster Mann auf dem Platz war allerdings Justin Gold, der die frischen Pfannkuchen vom Bäcker geholt hatte.

Aber zurück zur Arbeit. "Wegen der Glätte kann man von erschwerten Bedingungen sprechen", sagte Hünecke vor dem Lauf und legte die Stirn in Falten. Doch die Teilnehmer nahmen es locker, beim Silvesterlauf steht traditionell nicht das Gewinnen, sondern das Mitmachen im Vordergrund. "Wenn die Füße nass sind, hören wir auf und trinken Glühwein", sagte Hobbyläufer und Schriftsteller Torsten Rohde.

Dies scheint der Grundgedanke des Silvesterlaufs. Und ist wohl auch der Grund, dass er jedes Jahr um die 100 Leute in den Volkspark zieht. Jeder Teilnehmer kann sich aussuchen, wie viele Runden er läuft. Von einer (1,3 Kilometer) bis fünf (6,6) ist alles drin. Teilnehmer Hartmut Nothe sagte: "Sich am Silvestermorgen noch mal zu bewegen, gehört mittlerweile einfach dazu. Ich bin nur eine Runde gelaufen, aber ohne einen Abstecher in den Volkspark ging es nicht."

Viele Teilnehmer waren mit der ganzen Familie gekommen. Ralf Schulz hatte seine Kinder Lukas (17) und Maria (12) dabei. Maria absolvierte zwei, Lukas fünf Runden. "Fast so schön wie ein Ausritt auf meinem Pflegepferd Kelly", sagte Multitalent Maria nach ihrem Lauf.

Volle fünf Runden schaffte Daniel Heidel (10) von den Parchener Laufsocken, der zusammen mit Papa Falk ins Ziel kam. Auch die jüngste Teilnehmerin, die erst siebenjährige Katharina Heling aus Parchen, beendete ihre Runde mit Bravour. Und in sicherer Begleitung von Bruder Jonas Paul (10).

Auch wenn es beim Silvesterlauf nicht ums Gewinnen, sondern ums Mitmachen geht, gebührt dem souveränen Sieger der letzte Satz: Bereits nach 28 Minuten lief einmal mehr Paul Weinmann als Erster durchs Ziel.

Mehr Bilder vom Silvesterlauf finden Sie morgen in Ihrer Volksstimme.

   

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