Genthin l Mit einer Gedenkveranstaltung wurde kürzlich dem verheerenden Eisenbahnunglück in Genthin vor 75 Jahren gedacht. Aus diesem Anlass ist noch bis zum 31. Januar eine Ausstellung im Kreishaus Genthin zu sehen.

Der Förderverein Genthiner Stadtgeschichte hat dabei Informationen zum Unglück in der Nacht des 22. Dezembers 1939 zusammengetragen. "Wir haben auf sechs Tafeln chronologisch den Ablauf der Katastrophe nachvollziehbar gemacht", erläuterte Wolfgang Bernicke, der für den Ausstellungsaufbau regieführend war.

Es gäbe viele Akten, Beschreibungen und Bilder, die das Unglück aufbereiteten. "Wir haben nur einen ganz kleinen Auszug herrichten können", erläuterte Bernicke. Die Ausstellung widmet sich auch den stark diskutierten Witterungsverhältnissen am Unglückstag.

Diese Fakten werden mit Belegen aus unterschiedlichen Quellen erörtert. Am 22. Dezember 1939 um 0.53 Uhr fuhr nahe des Genthiner Bahnhofs der D 180 von Berlin mit ungebremster Geschwindigkeit auf den haltenden D 10, sein Ziel war Köln, auf.

Mehr als 180 Menschen verloren bei der Katastrophe ihr Leben. Während der sehr gut besuchten Gedenkveranstaltung vor 14 Tagen wurde deutlich, wie sehr die Ereignisse die Menschen immer noch beschäftigen. Immer noch wird zu diesem Thema geforscht, werden weitere Quellen aufgetan, die sich mit bestimmten Teilaspekten der Katastrophennacht beschäftigen.

Neben der Ausstellung gibt es auch eine neue Publikation, die der Förderverein Stadtgeschichte zusammengestellt und herausgegeben hat. Die Veröffentlichung gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung und zeichnet den Weg in die Katastrophe detailliert nach. Angereichert werden die Ausführungen durch Augenzeugenberichte und Abschriften historischer Akteneinträge.