Mit der Internationalen Grünen Woche startet morgen eine der größten Messen Deutschlands. 1689 Aussteller tummeln sich auf 124 670 Quadratmetern. Unter ihnen: Heike und Hartmut Gentz vom Parchener Geflügelhof.

Genthin l Genthiner Fans der Grünen Woche wissen, wo sie Heike und Hartmut Gentz ab morgen finden: Halle 23b, Stand 208. Zwar sind Hühner das Kerngeschäft von Hartmut Gentz, vor ein paar Jahren ist er dennoch aus der Tierhalle (25) in die Sachsen-Anhalt-Halle (23) umgezogen. Dorthin darf er zwar keine lebenden Hühner mitnehmen, die verkaufen sich mit Hilfe von Flyern und Beschreibungen aber auch so ganz gut. Wenn die Parchener Geflügelhof-Kolonne morgen früh nach Berlin rollt, ist vor allem Eierlikör im Gepäck.

Doppelt so viel wie im vergangenen Jahr. "Da war unser Stand zum Ende der Messe wie ausgefegt, wir hatten nur noch wenige Sorten und davon noch weniger Flaschen", erzählt Hartmut Gentz. Das passiert einem Unternehmer kein zweites Mal. Mehr als 600 Flaschen hat er abfüllen und mit den schicken neuen Etiketten versehen lassen.

Hühnerfachmann wird in Berlin zum Gastronom

"Auch wenn wir im wirklichen Leben hauptsächlich Hühner verkaufen, agieren wir auf der Messe eher als Gastronomen." Nicht unklug, wird die Ausstellung im Volksmund auch "das große Fressen" genannt. Rund ums Thema Ernährung wird nicht nur angeschaut, sondern auch probiert.

Was besonders gut ankommt, könne man nie so genau voraussagen. "Im vergangenen Jahr hatten wir eine Eierlikör-Neuauflage, den Schoko-Walnuss-Likör, dabei. Der verkaufte sich nicht so gut", sagt Hartmut Gentz und schiebt es auf die bittere Note.

Einen Anhaltspunkt haben die Gentz` mittlerweile aber: Was dem Chef nicht schmeckt, das lieben die Kunden. So war es beim Dauerbrenner Sanddorn und auch beim Verkaufsschlager zu Weihnachten in der Geschmacksrichtung Zimt.

Aber wie wird aus der Roheimasse und den anderen Zutaten eigentlich der leckere Eierlikör? Hartmut Gentz erklärt: "Das Rezept kommt von uns, produziert wird in der Nähe von Gütersloh." Soll eine neue Sorte getestet werden, fährt natürlich die ganze Familie zur Verkostung.

Doch bei der Grünen Woche geht es am Stand von Hartmut Gentz nicht nur um Eierlikör und die Deko-Artikel, die er dort für die heimische Schrankwand anbietet. "Man kann dort auch gut Hühner verkaufen", sagt der Geflügelexperte.

Im Trend seien immer noch "charakterfeste Hühner". Das ruhige Wesen der Tiere wird auch beim Fototermin deutlich. Kein hysterisches Umherflattern, sondern neugieriges Beschnuppern.

Neben (Zwerg-)Hühnern hat Gentz auch Enten, Gänse, Wachteln und nach Absprache Fasane und Pfauen im Angebot. Seinen Geflügelhof betreibt er seit 1990.

An seinem Messestand gibt es außerdem Futter und Zubehör wie Ringe für die Hühner. Zu finden sind Heike und Hartmut Gentz ab morgen zwischen 10 und 18 Uhr an Stand 208. Ihr Eierlikör konkurriert in der Sachsen-Anhalt-Halle 23b unter anderem mit Edelpilzen aus der Altmark, Käse aus der Börde, Bier aus Dessau, Landwurst aus Trypphena, Tee aus Burg, Senf aus Quedlinburg und vielem mehr.

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