Als erste der sieben Elbe-Pareyer Ortsfeuerwehren hat die Freiwillige Feuerwehr Hohenseeden bereits ihre Jahreshauptversammlung durchgeführt. In diesem Rahmen wurde Ortswehrleiter Marko Gummelt, der nun auch 2. stellvertretender Gemeindewehrleiter ist, zum Hauptbrandmeister befördert.

Hohenseeden l Die Hohenseedener Kameraden hatten am Tag ihrer Jahreshauptversammlung schon den ersten Einsatz hinter sich: Sie gehörten zu denen, die wegen der Folgen des Sturms alarmiert wurden.

Im Jahr 2014 sind sie 13 Mal zum Einsatz gerufen worden und haben insgesamt 185 Mannstunden absolviert, sagte Ortswehrleiter Marko Gummelt in seinem Bericht. Einige dieser Einsätze waren besonders hart, erinnerte er. Besonders schlimm war der 6. März: Früh war Alarm wegen des Brandes der Güsener Jagdhütte, und später wurden sie dann wegen des schweren Unfalls zwischen Bergzow und Parey alarmiert, bei dem ein Beteiligter sofort tot war und einer später verstarb.

Am 27. März folgte ein Einsatz bei einem Unfall auf der Bundesstraße 1 in Richtung Reesen, am 16. April ein Unfall in Güsen, am 29. Mai kam der Alarm von der Brandmeldeanlage im Kastanienhaus, am 3. Juni gab es einen Brand im Umspannwerk Parey und später einen Einsatz wegen Gasaustritt in Hohenseeden, am 27. Juli mussten sie wegen ausgelaufener Flüssigkeit in Parey ausrücken, am 9. August hatte eine Windrose beim Elbauenfest Parey die Feuerwehr auf den Plan gerufen, am 24. August gab es einen mehrstündigen Einsatz wegen eines Lagerhallenbrandes in Parey, zu dem die Kameraden später noch einmal zu Nachlöscharbeiten ausrücken mussten, am 17. September war Alarm wegen eines Schornsteinbrandes in Dretzel und am 27. September wegen eines weiteren Verkehrsunfalls zwischen Bergzow und Parey.

19 Aktive, fast alle haben die 40 Stunden absolviert

Die Freiwillige Feuerwehr Hohenseeden hat derzeit 46 Mitglieder, von denen allerdings nur 19 der Einsatzgruppe angehören. 27 Mitglieder gehören zur Alters- und Ehrenabteilung oder sind passive Mitglieder, acht Mitglieder gehören zur Jugendfeuerwehr. Für einen Ort mit nur etwa 400 Einwohnern seien diese Zahlen recht gut, sagte Marko Gummelt. Nicht so schön sei allerdings der relativ hohe Alterdurchschnitt. "Die Mitgliederwerbung ist weiterhin das A und O!" Ein Defizit sei auch, dass etliche Kameraden Doppelfunktionen bekleiden. Um die Einsätze abzusichern, müssen so meist drei bis vier Wehren alarmiert werden.

Neben ihren Hauptaufgaben schaffen es die Hohenseedener Kameraden aber nach wie vor auch noch, Veranstaltungen im Dorf abzusichern und mitzugestalten: das Weihnachtsbaumverbrennen, das Osterfeuer, das Maibaumstellen, das Spargelfest mit Höhenfeuerwerk, den Laternenumzug...

Beteiligt haben sie sich unter anderem auch an einer Komplexausbildung in Güsen und Parey.

Marko Gummelt lobt: "Fast alle Aktiven haben die Mindestzahl von 40 Ausbildungsstunden erfüllt oder übererfüllt!"

Im Namen der Gemeinde Elbe-Parey dankte Hauptamtsleiter Volker Zunder den Hohenseedener Kameraden, und Kreisbrandmeister Walter Metscher sprach ebenfalls dieser aktiven Wehr seine Anerkennung aus.

Gemeindewehrleiter Dietmar Kohrt würdigte die Hohenseedener als ein "Zugpferd" unter den Elbe-Pareyer Feuerwehren und stellte die insgesamt kritische Situation dar: "Wir sind hart an der Grenze, dass wir als Feuerwehr Elbe-Parey nicht mehr leistungsfähig sind! Wir haben das im Gemeinderat schon mehrmals angesprochen."

Er sei nun aber zuversichtlich, dass es aus dieser Richtung Unterstützung geben wird, auch, was die notwendige Technikbeschaffung angeht. Positiv sei auch, dass es jetzt wieder in allen Ortsfeuerwehren komplette Ortswehrleitungen gebe. Einige Berufungen werden demnächst noch erfolgen.

Im Jahr 2014 haben insgesamt 29 Einsätze die Elbe-Pareyer Feuerwehren an ihre Leistungsgrenze gebracht, berichtete Kohrt weiter und ging auf einige besonders harte Einsätze ein. Ein ganz dringender Punkt sei weiterhin, dass die Risikoanalyse für die Gemeinde Elbe-Parey endlich fertig gestellt werde. "Das Ziel ist, dass wir bis Ende März Fördermittel beantragen können. Dafür muss sie fertig sein!"

Seine Hochachtung für die ehrenamtliche Tätigkeit der Feuerwehr sprach Ortsbürgermeister Gerald Buhl aus, der in dieser Funktion das erste Mal dabei war. Er erinnerte daran, dass im nächsten Jahr das 90-jährige Bestehen der Hohenseedener Feuerwehr gefeiert werde, und dass es bereits Gespräche gab, einen Feuerwehr-Förderverein zu gründen - auch in Vorbereitung auf das Jubiläum.

Jugendfeuerwehr wird im Herbst 20 Jahre

Jugendwart Frank Seidel berichtete von den vielseitigen Aktivitäten der Jugendgruppe und kündigte an, dass im Oktober das 20-jährige Bestehen der Hohenseedener Jugendfeuerwehr begangen werden soll. "Zu einem Tag der offenen Tür im September wollen wir alle einladen, die einmal Mitglied in der Jugendfeuerwehr waren. Bis heute waren das insgesamt 74, von denen aber nur fünf in der Feuerwehr geblieben sind! Sieben wohnen noch hier, von denen ist tagsüber aber nur einer vor Ort!"

Frank Seidel kündigte auch an, dass er dann das Amt des Jugendwarts abgeben wolle, und dass er hoffe, einen Nachfolger zu finden.