Pfiffige Geschäftsideen entwickeln Genthiner Zehntklässler im Schülerbusiness-Wettbewerb "futurego". Einige der Schülerteams nehmen nach den Ferien an einer professionellen Schulung teil, um die Konzepte zu verbessern.

Genthin l In der Sekundarschule "Am Baumschulenweg" rauchten in den vergangenen Wochen die Köpfe. Im Unterricht sollten die Schüler der 10. Klassen, Ideenpapiere für ein eigenes Unternehmen erstellen. Dabei stellten sich die Schüler auch in diesem Jahr ziemlich clever an. Insgesamt 25 Vorschläge lieferten die Teams bei Wirtschaftskundelehrerin Monika Beudt ab. "Das ist eine erfreuliche Anzahl und es sind einige sehr interessante Konzepte darunter", lobte Beudt. Einige der Vorschläge werden nach den Ferien weiterbearbeitet und zu einem Wettbewerb eingereicht.

WG-Finder im Internet

Unter ihnen sind Florentine Gruppe und Kimberly Kühne. Die Beiden haben ein Konzept für eine Vermittlung von Wohngemeinschaften (WG)entwickelt, das sich an sozialen Netzwerken im Internet orientiert.

"Wir werden bald selbst in die Ausbildung gehen und dann müssen wir uns vielleicht selbst eine Wohnung suchen", erklärt Kimberly, wie die Idee entstand. Die WG-Plattform sehen sie als Erleichterung für diese Suche. Florentine beschreibt: "Die WG-Bewohner legen ein Profil an mit Angaben wie Berufen, Hobbys, Alter oder Wohnungsgröße." Dadurch könne der Wohnungssuchende schon sehr gut erkennen, mit wem er es zu tun bekomme. "Dadurch kann man schon recht gut sehen, ob man zusammenpasst."

Rollstuhl mit Musik

Einen ganz anderen Vorschlag haben Vanessa Martens, Michelle Schedetzki und Stefan Kieswetter. "Wir wollen einen Rollstuhl mit Entspannungsmusik entwickeln". Michelle führt aus: "Viele Rollstuhlfahrer würden unterwegs gern ein wenig Musik hören und müssen dafür zusätzliche Geräte mitnehmen." Der Clou ist eine zurückklappbare Rückenlehne für ein kurzes Nickerchen. Auch weitere Zusatzfunktionen seien denkbar. Was in der Erläuterung spielerisch daherkommt, hat einen ernsten Hintergrund, denn einer von Stefans Freunden sitzt selbst im Rollstuhl und hat das Duo zu der Konzeption inspiriert.

Dreirad mit Sprachsteuerung

Einen Vorschlag für junge Mütter haben Vanessa Posselt und Marie Dake. "Wir möchten ein sprachgesteuertes Dreirad entwickeln und vertreiben", erläutern die beiden.

Hintergrund ist, dass kleine Kinder mit dem Dreirad bei Spaziergängen oder auf dem Weg zum Supermarkt den Erwachsenen manchmal ausbüxen. "Da wollen wir eingreifen, indem wir eine Sprachsteuerung in das Dreirad einbauen, damit die Kinder angehalten oder umgelenkt werden können", sagt Vanessa.

Auch einem möglichen Missbrauch wollen die Schülerinnen vorbeugen. "Das Dreirad reagiert natürlich nur auf vorher einprogrammierte Stimmen." Auf die Idee kamen die beiden durch ihre jüngeren Geschwister.

Kinder- und Haustierhort

Sarah Pflaumbaum und Annalena Riehn haben ebenfalls Kinder im Blick. "Wir hatten die Idee für einen Kindergarten für Kinder und Haustiere." An eine Kita solle dabei eine Betreuung für die Tiere angegliedert werden. "Die Kinder haben so ihnen bekannte Tiere in der Nähe und könnten so Ängste abbauen, aber auch den Umgang mit Haustieren erlernen.

Wie es mit den Vorschlägen weitergeht, zeigt sich nach den Ferien. Dann gibt es ein professionelles Coaching von futurego-Beratern.

Michelle Schedetzki kennt diese Beratung noch von ihrer Teilnahme im vergangenen Schuljahr. "Da geht es um die Ausarbeitung eines Businessplans mit Betriebskosten, Mitarbeiterzahlen oder Zielgruppen für ein solches Unternehmen."

Ob sich eine der Ideen wirklich einmal in der Realität umsetzen lässt, wird die Zeit zeigen. Im vergangenen Jahr konnte eine Sekundarschülerin aus Genthin einen Preis bei der futurego-Abschlussveranstaltung in die Kanalstadt holen.

Am 27. Mai wird die Prämierung in Magdeburg stattfinden.

225 Papiere mit kreativen Geschäftsideen für Schülerunternehmen wurden im Januar 2015 eingereicht. Ein Plus von 40 Ideenpapieren im Vergleich zur vergangenen Wettbewerbsrunde.