Sein 40-jähriges Bestehen feiert der Genthiner Skatclub am heutigen Tag. Gründer Georg Voigt hatte seinerzeit eine Gruppe Skatfreunde von seiner Idee, einen Club zu gründen, begeistert. Daraus ist ein erfolgreicher Skatverein entstanden.

Genthin l "18, 20, 22, 23, 24", tönt es aus der einen Tisch-ecke im Genthiner Bootshaus. "Ja", schallt es von der anderen Ecke zurück. Für Außenstehende klingen diese Zahlen-Wortkombinationen etwas seltsam. Für die Mitglieder des Genthiner Skatclubs ist es sozusagen die "Fachsprache". Die Mitglieder haben beim Reizen richtig Freude. Dann zeigt sich das Skatspiel in seiner besten Form. "Jedes Spiel ist anders", sagt Guido Klähns und passt. Trotz eines guten Blattes gibt der Clubvorsitzende diese Partie aus der Hand. Mit vermeintlich schlechteren Karten zu gewinnen, mache einen Reiz des Spiels aus, fügt Klähn hinzu. Seit mittlerweile 40 Jahren wird in Genthin dem Skatspiel gefrönt.

Am 7. Februar 1975 wurde der 1. Genthiner Skatclub gegründet. Er gehört heute zu den ältesten im sachsen-anhaltischen Landesverband des Deutschen Skatverbandes (DSKV). Angefangen hatte es mit einem vom Skatspiel geprägten neuen Mann im Genthiner Waschmittelwerk. Der Mann war Georg Voigt. Er kam als Direktor der Altenburger Skatkartenfabrik in das Waschmittelwerk. "Er war ein begeisterter Skatspieler und hat uns damit alle angesteckt", erinnert sich Klubmitbegründer Peter Danner, der damals im 330-PS-Volvo des Spee-Herstellers durch die Lande fuhr.

Den Startschuss gab Voigt mit einem Aufruf in der Betriebszeitung des Waschmittelwerkes "Fanfare" und mit Tischzetteln im Speisesaal: "Wir fangen am 7. Februar an - komm und spiel mit". Gesagt getan. Erste Sitzung mit zehn Skatfreunden und der Wahl eines Vorstandes und eines Vorsitzenden - der wurde Georg Voigt. Vier Gründungsmitglieder sind heute noch aktiv. Neben Peter Danner sind es Lothar Jeske, Gert Marzulla und Walter Müller.

Georg Voigt war ein rühriger Vorsitzender und ein Verfechter des sauberen Turnierskates. Bei ihm gab es keinen Kneipenskat wie Ramsch, Grand mit 20 oder Kontra-Spiel.

Die sehr professionelle Ausrichtung zeigte Wirkung. Schnell verdoppelte sich die Mitgliederzahl.

Ab 1975 nahmen die Genthiner an großen Skatturnieren teil, ein Patenschaftsvertrag mit dem Dorfclub Mangelsdorf wurde geschlossen und der Skat in der Region verbreitet. "Wir veranstalteten in dieser Zeit Turniere, zu denen sich bis zu 700 Teilnehmer meldeten", erzählt Mitbegründer Danner. "Die Einladungen an die Teilnehmer schrieb Voigt per Hand."

Im Jahr 1980 gab es das erste Mal einen Städtevergleich zwischen Stendal und Genthin. Bis heute werden diese Vergleiche veranstaltet.

"Wir spielen streng nach Altenburger Skatregeln."

Vereinschef Guido Klähn

Besonderen Auftrieb hat der Genthiner Club nach der Wende erfahren. Der damalige Vorsitzende Reiner Borchert führte den Verein durch die Zeit der Umbrüche und Neuerungen. Seit 1989 spielen Mannschaften aus Osterburg, Stendal, Lüchow und Genthin um den Pokal. Natürlich sind die Genthiner auch Teil des 1991 gegründeten Landesverbandes Sachsen-Anhalt. Seitdem trägt der Verein den Namen 1. Genthiner Skatclub.

Manchmal geht es in den Wettkämpfen auch etwas ruppig zu. "Wir spielen streng nach den Alternburger Skatregeln", sagt Guido Klähn. "Dennoch gibt es hin und wieder unterschiedliche Auslegungen an den Tischen, wo dann Meinungen und Charaktere aufeinanderprallen. Notfalls wenden wir uns dann an das Altenburger Skatgericht." Und dann ist alles wieder friedlich.

"Skat ist zuerst ein geselliges Spiel", rührt Gründungsmitglied Gert Marzulla für sein Hobby die Werbetrommel. "Und es ist gut für das Gehirn, man bleibt geistig fit." Richtig fit sind die Genthiner Skatspieler allemal. Gert Marzulla wurde 2005 Sachsen-Anhalt-Meister.

In der vergangen Skatsaison holten die Genthiner den elften Platz in der Oberliga. "Der höchsten Liga in Sachsen-Anhalt", bemerkt Clubchef Guido Klähn.

Erfolgreicher war sein Verein nur in den 1990er Jahren. Von 1992 bis 1995 spielte der Club in der 2. Skat-Bundesliga. Dorthin würde der Verein gern zurückkehren.

Heute gehören 18 Mitglieder im Alter von 31 bis 87 Jahren zum Skatclub. 17 Männer sind sie - und eine Frau.

"Wenn mich die Herren ärgern, räche ich mich beim Reizen."

Ramona Höschel, einzige Frau im Genthiner Skatclub

Ramona Höschel fühlt sich aber nicht als Exotin, sondern ist eine Mitspielerin, die die Männerdomäne mehr als beherrscht, hat sie doch ebenfalls bei Deutschen Meisterschaften teilgenommen. In den Siegeslisten der Turniere taucht sie immer wieder auf. "Wenn mich die Herren ärgern, räche ich mich beim Reizen", sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Jeden Donnerstag ab 18.30 Uhr treffen sich die Genthiner Skatspieler im Bootshaus an der Brautzsch-Straße zu einem geselligen Beisammensein mit manch kniffliger Partie. "Neue Mitstreiter sind immer gern gesehen", sagt Clubchef Klähn.

Auch am 16. Mai können Interessierte vorbeischauen. Dann steigt das nächste öffentliche Preisskatturnier im Lindenhof, das zum 40. Jubliäum etwas größer ausfallen wird. "Wir rechnen mit 80 bis 100 Teilnehmern", sagt Guido Klähn. Eingeladen sind auch Spieler aus befreundeten Vereinen, die sich wie es sich für Skatspieler gehört, eines wünschen werden: "Gut Blatt".

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