Bergzow l Die Ortsfeuerwehr Bergzow hat einige sehr aktive Kameraden und eine sehr starke Kinder- und Jugendfeuerwehr. Dass es aber nach wie vor Probleme gibt, mussten sich die Anwesenden bei der Jahreshauptversammlung auch in diesem Jahr beim Bericht von Ortswehrleiter Klaus-Dieter Ladwig anhören.

Das Hauptproblem: Von den insgesamt 58 Mitgliedern der Feuerwehr gehören nur 14 der Einsatzgruppe an, und von diesen wiederum haben nur fünf die geforderte Mindestzahl von 40 Ausbildungsstunden absolviert. "Das kann nicht unseren Ansprüchen genügen, denn ohne entsprechende Ausbildung ist kein Handeln im Einsatz möglich", kritisierte Ladwig. Es müssen künftig unbedingt mehr Mitglieder für den aktiven Einsatz gewonnen werden, und die Beteiligung an den Ausbildungen müsse besser werden. Im vergangenen Jahr seien jeweils nur fünf bis sieben bei den Standortausbildungen dabei gewesen.

Zum Einsatz gerufen wurde die Bergzower Feuerwehr im vergangenen Jahr neunmal: zweimal zur technischen Hilfeleistung, einmal Hilfeleistung, viermal zu Bränden und zweimal musste der Gerätewagen Messtechnik, der in Bergzow stationiert ist, ausrücken. Bei den meisten Einsätzen sei die Beteiligung gut gewesen, problematisch allerdings war es bei dem schweren Verkehrsunfall vergangenen März zwischen Bergzow und Parey. "Alle verfügbaren Einsatzkräfte waren beruflich gebunden, so dass unsere Wehr nicht ausrücken konnte."

Die Zahl der Einsätze sei in den vergangenen Jahren etwa gleich geblieben, verändert habe sich aber die Vielfalt, bedingt durch den Gerätewagen Messtechnik.

Zu den Aufgaben der Feuerwehr gehörte auch die Überprüfung der Flachspiegelbrunnen, berichtete Klaus-Dieter Ladwig weiter und konnte feststellen, dass die Löschwasserbereitstellung im Dorf im Großen und Ganzen gewährleistet sei, dennoch gebe es auch Nachholebedarf, da einige Brunnen nicht mehr die Anforderungen erfüllen. Er richtete deshalb die Bitte an die Gemeinde Elbe-Parey, dieses Problem so schnell wie möglich zu beseitigen.

Komplexausbildungen positiv eingeschätzt

Die Bergzower Kameraden haben voriges Jahr auch an einigen Komplexausbildungen teilgenommen, unter anderem zum Umgang mit Motorkettensägen sowie im Schwellenwerk Güsen. "Solche Komplexausbildungen festigen die Kameradschaft der Ortsfeuerwehren untereinander und frischen auch das Feuerwehrwissen auf", schätzt Ladwig diese positiv ein. Solche Ausbildungen sollten deshalb regelmäßig durchgeführt werden.

Zum Dorfleben hat die Feuerwehr ebenfalls wieder beigetragen, zum Beispiel mit der Absicherung des Weihnachtsbaumverbrennens, des Osterfeuers sowie beim Vereinsfest.

Klaus-Dieter Ladwig bedankte sich besonders beim Gerätewart René Altmann für seine gute Arbeit und er würdigte die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Förderverein.

Über die Ausbildung im Jahr 2014 erstattete René Altmann Bericht. Verschiedene Lehrgänge am FTZ wurden von einigen Kameraden absolviert, und für dieses Jahr gebe es bereits etliche Anmeldungen. Bei der Standortausbildung wurden 85 Ausbildungsstunden durchgeführt, trotzdem haben nur fünf Kameraden mindestens 40 erreicht. "Einige Kameraden haben darum gebeten, die Standortausbildung in die Woche zu verlegen", berichtete René Altmann und kündigte an, das künftig so machen zu wollen. Aber auch an jene Kameraden, die nur an den Wochenenden kommen können, werde gedacht. In Absprachen mit ihnen und auch den anderen sollen an Wochenenden Komplexausbildungen mit jeweils vier bis fünf Stunden durchgeführt werden, damit künftig jeder die 40 Stunden schaffen kann.

Da der Gerätewagen Messtechnik in Bergzow steht, sei auch jeder Kamerad willkommen, der beim Fachdienst ABC mitmachen möchte, denn bisher seien es nur zwei Kameraden aus Bergzow. "Auch diese Ausbildung zählt zur Standortausbildung", betonte René Altmann.

"Firecamp" war Höhepunkt für Kinder- und Jugendwehr

Jugendwart Daniel Ladwig erklärte zunächst, warum die Kinder nicht bei der Jahreshauptversammlung dabei waren: "Sie machen ihre eigene Versammlung gemeinsam mit den Eltern!" 16 Kinder gehören zur Zeit dazu, davon fünf Mädchen und elf Jungen. Um die Kinder "bei der Stange zu halten", müsse eine abwechslungsreiche Beschäftigung angeboten werde. Treff war in der Regel alle zwei Wochen, und jedes Kind absolvierte durchschnittlich 42 Stunden. Schwerpunkte waren feuerwehrtechnische Ausbildung, erste Hilfe, Unfallverhütung, theoretische Ausbildung und Überprüfung von lebensrettenden Einrichtungen. Bei Veranstaltungen im Dorf gab es Vorführungen der Kinder- und Jugendfeuerwehr.

Vier Mitglieder haben in Genthin die "Jugendflamme Stufe 1" abgelegt. Höhepunkt 2014 war das "Firecamp" im Oktober. In diesem Rahmen haben weitere drei Kinder die "Jugendflamme 1" abgelegt.

Kritisch bemerkte Daniel Ladwig, dass die persönliche Schutzausrüstung der Kinder und Jugendlichen verbessert werden müsse, und er kritisierte, dass Zuwendungen vom Landkreis und der Gemeinde immer erst sehr spät kommen und bis zum Ende des Jahres ausgegeben werden müssen.