Für seine Kritik an der Vergabe der Jagdpacht musste Harry Czeke (Die Linke) viel Kritik einstecken. Und kritisiert im Interview mit Redakteurin Kristin Schulze erneut Bürgermeister Thomas Barz sowie dessen Mitarbeiter Paul Karle.

Volksstimme: Herr Czeke, ist zum Thema "Ärger im Stadtwald" mittlerweile nicht alles gesagt?

Harry Czeke: Nein. Das Leserecho von Karl Hoppe (Volksstimme vom 8. Februar) impliziert, ich hätte Einblick in den Entwurf des Pachtvertrags gehabt.

Und den hatten Sie nicht?

Nein. Im Umweltausschuss haben wir darum gebeten, den Entwurf des Pachtvertrages zu sehen. Wir haben ihn aber nie gesehen.

Paul Karle von der Stadtverwaltung schreibt aber in einer Stellungnahme, dass Sie informiert wurden.

Das stimmt. Aber erst als Tatsachen geschaffen waren. Da hat man uns über die neuen Pächter informiert. Einflussnahme war da nicht mehr möglich.

Was haben Sie denn gegen die neuen Pächter?

Nichts! Ich will ihnen die jagdliche Qualifikation nicht absprechen.

Wo ist dann das Problem?

Die Vergabe der Jagdpacht war ein undemokratischer Akt. Und ging am Stadtrat vorbei. Bei der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses blieben meine Fragen unbeantwortet. Herr Karle war zwar da, beantwortete aber keine Fragen. Lieber als die mündlichen Vorträge der Jäger wären mir auch die schriftlichen Hegekonzepte gewesen. Dann hätten die Ausschussmitglieder sich einen Überblick verschaffen können, ob diese wirklich alle gut waren, wie der Bürgermeister sagt.