Jerichow l Im Bürgerhaus herrschte schon beste Stimmung, als später am Nachmittag das Redekiner Amateurtheater seinen Auftritt hatte. Mitten in der Woche ist das für die Hobby-Akteure nicht unproblematisch: Zwar sind einige bereits Rentner, die meisten aber haben einen Job oder sind in der Uni beim Studium. So wird teilweise tüchtig improvisiert: Andere müssen kurzfristig Rollen übernehmen und brauchen dann hin und wieder mal einen Zettel...

Aber möglich gemacht wurde der Auftritt bei der Volkssolidarität in Jerichow von den Redekinern immer, zumal alle Akteure schon so fit sind, dass sie vieles aus dem Stehgreif hinkriegen. Diesmal wurde auch kein Extraprogramm einstudiert, sondern es wurde ein Mix aus Sketchen, die früher schon mal an anderer Stelle gezeigt wurden, geboten.

Und dabei ging es tatsächlich in der Hauptsache ums Theater. Einen Teil des Programmes hatten die Redekiner schon einmal im Kloster gezeigt und dort für viel Heiterkeit gesorgt. Einige wenige aus dem Publikum kannten daher diese Sketche schon, was nicht bedeutete, dass sie nun mit gelangweilten Gesichtern dasaßen. Lachen kann man über die verrückten Einfälle und die köstliche Darbietung immer wieder.

Theater-Chefin Christine Graf eröffnete das Programm als Clown verkleidet zu dem Lied "Theater, Theater" - und dann gab es das "Theater vor dem Theater": Die Damen brauchen vor dem Theaterbesuch unbedingt ein neues Kleid und einen neuen Hut. Der Mann muss seine neue Hose noch gekürzt bekommen - und weder Ehefrau noch Oma noch Tochter haben Zeit. Es kommt, wie`s kommen muss: Am Ende schnippelt jeder dran rum - und die Hose reicht gerade noch übers Knie...

Weiter geht`s mit handfestem Tratsch, mit Stress im Eisenbahnwagen, mit einem köstlichen Reisebericht, mit einer Pilgertour nach Jericho(w) und schließlich mit einer Krisensitzung im Nonnenkloster, bei der die so gar nicht sittsamen Nonnen die Oberin fast zum Wahnsinn treiben.

Nachdem ein "Herr" mit seiner "nervenden Ehefrau" von der Bühne vertrieben wurde, nahmen sie Akteure aus den Reihen des Publikums ein: "Theaterdirektor" Christine Graf brauchte Ersatz für ihre Darsteller, die "nicht rechtzeitig gekommen waren". Gespielt wurde "Rotkäppchen", natürlich tüchtig auf Spaß getrimmt. Einige der Publikums-Akteure bewiesen, dass sie durchaus das Zeug dazu hätten, die Reihen des Redekiner Amateurtheaters zu verstärken!

Noch einige weitere lustige Einlagen folgten, unter anderem die Comedian Harmonists mit "Mein kleiner grüner Kaktus"... Am Ende hatten wohl viele im Publikum Muskelkater vom Lachen. Aber da das ja bekanntlich die beste Medizin ist, dürften nach diesem Nachmittag alle ein bisschen gesünder geworden sein. Vielleicht sollte das Redekiner Amateurtheater mal die Krankenkassen als Sponsor gewinnen...

   

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